Ab Dienstag haben die Österreicher die Möglichkeit für den dreistesten Werbeschmähs des Jahres zu voten. Die Verbaucherorganisation Foodwatch online startete die Wahl.
Aus fünf Marketing-Tricks soll der Ärgerlichste gefunden werden. Zur Abstimmung stehen Produkte, die Foodwatch Österreich in den vergangenen Monaten bereits zum "Werbeschmäh des Monats" gekürt hat. Der Gewinner wird von der Organisation Mitte Dezember mit einem Preis "ausgezeichnet".
Ins Rennen gehen die Marken und Produkte Merci, Ovomaltine, Dreh und Trink, Mazola Maiskeimöl und Beauty Sweeties Fruchtgummi Häschen. Bei Merci wurde die gigantische Preissteigerung mit der Großpackung kritisiert. Die 400 Gramm kosten auf den Kilopreis gerechnet um bis zu 61 Prozent mehr als die normale 250-Gramm-Packung. Auch Ovomaltine hat in den vergangenen Monaten klammheimlich die Füllmenge um zehn Prozent verringert, kritisierten die Konsumentenschützer. Durch die Verringerung der Füllmenge und einen zusätzlichen Preisaufschlag werden Verbraucherinnen und Verbraucher gleich doppelt zur Kasse gebeten.
In
dem Erfrischungsgetränk Dreh und Trink, das perfekt für Kinderhände und
Kinderaugen gemacht ist, steckt viel zu viel Zucker. Die bunten
Flaschen ködern Kinder mit Comic-Tieren. Laut WHO sollte ein so
zuckerhaltiges Getränk aber nicht für Kinder beworben werden. Mazola
Maiskeimöl führt die Konsumentinnen und Konsumenten laut Foodwatch in
die Irre, indem es vorgibt, ein rot-weiß-rotes Produkt zu sein. In
Wahrheit stammt der darin enthaltene Mais aus allen möglichen
EU-Ländern, Österreich
ist nur eines von vielen. Die Beauty Sweeties Fruchtgummi Häschen
werben mit einem grünen stilisierten Blatt, auf dem "Natur pur" zu lesen
ist. Käuferinnen und Käufer des Produkts erwarten sich bei so einer
Bewerbung ein Lebensmittel ohne Zusatzstoffe. Tatsächlich enthalten die
Fruchtgummi Häschen aber jede Menge Zusatzstoffe.
Die
Supermarktregale sind laut Foodwatch voll von Lebensmitteln, die oft
nicht halten, was sie versprechen. Versteckte Preiserhöhungen,
Etikettenschwindel und irreführende Werbeversprechen erschweren den
Konsumentinnen und Konsumenten das Einkaufen. Sowohl das
EU-Lebensmittelrecht als auch das österreichische Lebensmittelrecht
besagen, dass man weder durch Werbung noch durch die Aufmachung von
Produkten in die Irre geführt werden dürfe. Die Realität sehe anders
aus, meinte die Organisation.