Am Montag endete das Untreue-Verfahren gegen den Wiener ÖVP-Bundesrat und EX-Alcatel-Vorstand Harald Himmer am Wiener Landesgericht mit einer Diversion.
Der demnächst 58-Jährige, der bis dahin Zahlungsflüsse zulasten der Alcatel-Lucent Austria AG von insgesamt 244.800 Euro an den Ex-Lobbyisten Peter Hochegger vehement abgestritten hatte, legte nach einer Mittagspause dahin gehend ein Geständnis ab. Sein Strafverfahren konnte daraufhin diversionell erledigt werden.
Himmer erklärte
sich nach Belehrung von Richterin Marion Hohenecker zur Zahlung einer
Geldbuße von 11.500 Euro bereit. Im Gegenzug wird die gegen ihn
gerichtete Anzeige vorerst zurückgelegt. Sobald die Geldbuße am Konto
der Justiz eingelangt ist, wäre im Fall der Rechtskraft die Strafsache
für den ÖVP-Politiker endgültig erledigt. Himmer würde damit weiterhin
als nicht vorbestraft gelten. Staatsanwalt Bernhard Löw war mit dieser
Vorgangsweise einverstanden - der Anklagevertreter selbst hatte ihr den
Weg geebnet, indem er schon in seinem Eröffnungsvortrag Himmer eine
Diversion schmackhaft gemacht hatte.
"Sollte Himmer Verantwortung
übernehmen, wäre das aus Sicht der Staatsanwaltschaft ein klassischer
Fall für eine Diversion", hatte Löw zu Beginn des Verhandlungstags
erklärt. Der zur Anklage gebrachte Sachverhalt sei 15 Jahre her, Himmer
habe sich seither wohl verhalten und sei gerichtlich unbescholten. Eine
Diversion "würde die Sache vereinfachen. Aber es soll niemand etwas
gestehen, was er nicht gemacht hat", sagte Löw.
Rechtskräftig ist die Diversion noch nicht. Da die Sache berichtspflichtig ist, benötigt die Staatsanwaltschaft Wien
als weisungsgebundene Behörde formal noch die Zustimmung der
übergeordneten Stellen. Es ist allerdings wohl davon auszugehen, dass
der zuständige Staatsanwalt sein Vorgehen mit den übergeordneten
Behörden akkordiert haben dürfte.