Klimaaktivistinnen halten unter dem Titel "Erde brennt" noch immer mehrere Hörsäle an den Universitäten Wien, Innsbruck und Salzburg besetzt.
Die Studierenden sind Teil der internationalen Bewegung "End Fossil: Occupy. Mit ihrer vergangenen Mittwoch gestarteten Aktion treten sie u.a. für den Ausstieg aus fossilen Energien, für soziale- und Bildungsgerechtigkeit sowie höhere Uni-Budgets ein. Die Zahl der Besetzer ist aber mittlerweile deutlich zurückgegangen.
In Wien haben laut einer Sprecherin des Rektorats in der Nacht auf Montag zehn Aktivistinnen und Aktivisten die Stellung gehalten, untertags waren dann zwischen 30 und 50 Personen im besetzen Hörsaal C1 vor Ort. Zu Beginn der Besetzung Mittwoch vergangener Woche waren es noch bis zu 200 Personen.
Der Veranstaltungskalender von "Erde brennt Wien"
reicht dennoch bis Ende der Woche. Auch über das Wochenende gab es
neben einer Vollversammlung zusätzliches Programm, etwa einen Workshop
für "Partner*innenakrobatik, Acroyoga und Tanzakrobatik" und eine
Jamsession. Am Montag war neben thematischen Veranstaltungen (u.a. zu
"Consent, Sex, Macht" oder "Introduction to academic wiriting in
philosophy") auch ein Dreh der Puls-24-Diskussionssendung "Pro und
Kontra" angekündigt. Unter dem Titel "Hörsaal Swarming" wurde außerdem
am Nachmittag über Soziale Medien dazu aufgerufen, andere
Lehrveranstaltungen zu stören, "um zu zeigen, dass Routinen nicht
weitergehen können in Zeiten von multiplen Krisen".
Auch in
Innsbruck und Salzburg, wo vergangene Woche noch rund 40 bzw. 50
Aktivistinnen und Aktivisten gezählt wurden, ist die Zahl der
Besetzerinnen und Besetzer rückläufig: An der Universität Innsbruck
hätten übers Wochenende rund 15 Personen übernachtet, untertags seien
mehr Menschen dort, weil auch thematisch passende Lehrveranstaltungen im
besetzten Hörsaal stattfinden, sagte Uni-Sprecher Uwe Steger der APA.
Man werde in den kommenden Tagen über die weitere Vorgehensweise reden,
meinte Steger. Es verlaufe jedenfalls "alles sehr harmonisch".
Im
Salzburger Unipark Nonntal wird ebenfalls weiter protestiert. Am
Sonntagabend hielten rund 20 Studierende die Besetzung von drei
Seminarräumen aufrecht. Es habe bereits erste Zugeständnisse des
Rektorats gegeben, sagte ein Aktivist am Montag zur APA. Ihm zufolge
soll die Vorlesung "Klima- und Energiepolitik" in Zukunft allen
Studierenden als freies Wahlfach angerechnet werden können. "Es wurden
aber noch nicht alle unsere Forderungen umgesetzt." Deswegen sei klar:
"Wir werden hier noch länger bleiben und in die Verhandlung mit dem
Rektorat gehen." Aufrecht bleibe dabei etwa die Forderung, eine
verpflichtende Lehrveranstaltung zum Thema Klima, Energie und
Nachhaltigkeit einzuführen. Als symbolischen Akt haben die Besetzer am
Sonntagnachmittag auch ein selbst gebautes Windrad auf dem Balkon der
Uni aufgestellt - im Bundesland dreht sich aktuell immer noch kein
einziges Großwindrad.