Laut einer ASFINAG-Umfrage wünscht sich der Großteil der Autofahrer in Österreich mehr Rücksicht im Straßenverkehr.
Die meisten jener, die auf Österreichs Straßen unterwegs sind, halten sich für "gute Autofahrerinnen und Autofahrer", orten aber viele Mängel bei den anderen, wie die große ASFINAG-Umfrage ergab. Gefragt wurde aber auch, was sich die meisten wünschen, um ein besseres und sichereres Miteinander auf Autobahnen und Schnellstraßen zu erreichen. Ganz klar auf Platz 1 liegt dabei der Wunsch nach "mehr Rücksichtnahme" aufeinander. Von den befragten 3670 Autofahrerinnen und Autofahrern gaben das mehr als 40 Prozent gleich als allererstes an.
Autofahrer wünschen sich "mehr Rücksicht" im Verkehr
Mehr Gelassenheit, vorausschauendes und aufmerksames Fahren sowie angepasste Geschwindigkeit sind die weiteren Verhaltensweisen, welche viele Lenkerinnen und Lenker gerne öfter im Straßenverkehr bemerken würden, gefolgt von "mehr Abstand" und der strikteren Einhaltung von Verkehrsregeln.
Untermauert werden diese Aussagen von den
Antworten auf die dann gestellten Fragen, wie das Miteinander
hinsichtlich Rücksichtnahme und aggressivem Fahrverhalten eingeschätzt
wird. Mehr als 2000 der Befragten, also etwa 55 Prozent orten "wenig"
oder "sehr wenig" Rücksicht sowie "eher aggressives" beziehungsweise
"mehr aggressives" Verhalten im Straßenverkehr. Als Schulnote gab es auf
diese Fragen im Durchschnitt einen schwachen Dreier (exakt 3,2) - also
nicht einmal mehr befriedigend.
So reagiert man bei rücksichtslosen und aggressiven Fahrmanövern
Und
wie soll man reagieren, wenn drängelnde oder rücksichtslose, aggressive
Lenkerinnen oder Lenker einen höheren Puls verursachen? Das Wichtigste
ist, sich nicht selbst dazu verleiten zu lassen, aggressiv zu werden.
"Das kann Situationen noch brenzliger machen", weiß Verkehrspsychologin
Bettina Schützhofer. Auf die Bremse zu steigen, den berühmten Vogel zu
zeigen oder wild zu hupen, löse nämlich das Problem nicht. Schützhofer
hat daher drei Tipps, die besser helfen, unbeschadet aus solchen
Situationen zu kommen:
1. Lassen Sie sich nicht provozieren
"Atmen
Sie zum Beispiel tief durch und versuchen Sie, gelassen zu bleiben.
Mehrfach tief in den Bauch atmen und bewusst den Ärger ausatmen sowie
entspannte Lieblingsmusik hören helfen dabei."
2. Denken Sie schnell an etwas Schönes
Versuchen
Sie, die Aufmerksamkeit vom Ärger wegzubekommen, in dem Sie an etwas
Schönes denken, das Sie erlebt haben, oder an etwas, auf das Sie sich
freuen. Freude und Ärger sind zwei sehr gegensätzliche Emotionen. Ist
die Freude groß, unterliegt der Ärger.
3. Wechseln Sie die Perspektive
Oft
verfliegt der Ärger auch, wenn man sich bewusst macht, dass der oder
die andere nicht unbedingt vorsätzlich gehandelt hat. Jeder macht ab und
zu Fehler. So wie Sie anderen Fehler nachsehen (müssen), tun andere das
mitunter auch bei Ihnen. Und vielleicht wollte die Person hinter Ihnen
Sie gar nicht bewusst bedrängen, sondern einfach nur die nächste
Ausfahrt erreichen. Die Perspektive zu wechseln, hilft hier eine andere
Sichtweise zu bekommen.
Schützhofer: "Im Moment des Ärgers können
Sie gegen aggressive Autofahrerinnen und Autofahrer aktiv nichts
unternehmen, mittelfristig können wir aber alle zu einer besseren
Verkehrskultur und einem besseren Miteinander im Straßenverkehr
beitragen. Gute Autofahrerinnen und Autofahrer entschuldigen sich für
eigene Fehler mit einer freundlichen und versöhnlichen Geste und
bedanken sich, wenn sie zum Beispiel ein- oder vorgelassen werden. In
einem freundlichen Verkehrsklima hat der Ärger wenig Chance."
Gute Autofahrerinnen und Autofahrer in Österreich
Im Oktober hat die ASFINAG die Umfrage gestartet und alle Verkehrsteilnehmenden gefragt, was gute Autofahrerinnen und Autofahrer ausmacht.
Das Projekt der ASFINAG
Seit 9. November setzt die ASFINAG diesen Schwerpunkt und ruft die erwünschten Verhaltensweisen online und auf allen Social-Media-Kanälen mit Tipps und Videos ins Bewusstsein. Zusätzlich zu den verkehrsrelevanten Informationen, weist die ASFINAG seither auch auf den Überkopfanzeigen auf den Autobahnen auf jene Verhaltensweisen hin, die gute Lenkerinnen und Lenker eben ausmachen. Die Botschaften sind positiv formuliert und sprechen die "Autofahrer:innen-Ehre" an.