Die NÖ Landesregierung hat vor der niederösterreichischen Landtagswahl am 29. Jänner 2023 Investitionen in Milliardenhöhe angekündigt.
Die Palette reicht von einer steuerfreien Prämie von 500 Euro für Pflege- und Betreuungskräfte bis zum Ausbau der Kinderbetreuung mit insgesamt 750 Millionen Euro zusätzlich von Land und Gemeinden bis zum Jahr 2027. Bereits im Sommer beschlossen wurde ein Strompreisrabatt als eine von fünf Maßnahmen gegen die Teuerung.
Pflegemitarbeiter erhalten steuerfreie Pflegeprämie in NÖ
Mehr als 23.000 Pflege- und Gesundheitsmitarbeiter erhalten eine steuerfreie Pflegeprämie des Landes in Höhe von 500 Euro - zusätzlich zum Gehaltsbonus des Bundes von rund 2.000 Euro brutto. Die Kosten betragen rund elf Millionen Euro.
In der Marathon-Landtagssitzung
vergangenen Donnerstag waren mehrere Großinvestitionen Thema.
Beschlossen wurden Änderungen des NÖ Kindergarten- und NÖ
Kinderbetreuungsgesetzes, darunter kostenlose Vormittagsbetreuung für
Unter-Sechs-Jährige ab September 2023 und das Senken des Eintrittsalters
in Kindergärten von zweieinhalb auf zwei Jahre im Jahr 2024.
Vor NÖ-Wahl: Änderung des NÖ Spitalsärztegesetz
Ein
weiterer Beschluss betrifft die Änderung des NÖ Spitalsärztegesetzes mit
teilweiser Anhebung der Entlohnung und jährlichen Kosten von 10,6
Millionen Euro. Rückwirkend mit September ist die Einstiegsphase für
weitere medizinische und Pflege-Berufe weggefallen, um diese Bereiche
attraktiver zu machen. Auch Hebammen und Heimhelfer bekommen statt
bisher 90 direkt 100 Prozent des Gehalts. Die Kosten wurden mit rund 0,5
Millionen Euro jährlich angegeben.
Investitionen in Milliardenhöhe vor NÖ-Wahl angekündigt
Unter dem Motto "leistbares
Eigentum" wurden die Weichen für eine Haftungsübernahme durch das Land
gestellt. Laut der im August in Kraft getretenen
Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung (KIM-VO)
müssen für den Kauf einer Immobilie u.a. 20 Prozent des
Gesamtkostenaufwands in Form von Eigenkapital nachgewiesen werden. Von
den 20 Prozent soll das Land fünf Prozent als Haftung übernehmen,
gedeckelt mit 30.000 Euro, was die notwendige Eigenmittelquote auf 15
Prozent reduzieren soll. Die Laufzeit von Landesdarlehen soll von 27,5
auf 34,5 Jahre angehoben werden, damit sich die monatliche Belastung
reduziere, hatte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) im September
angekündigt. Für die Besicherung der Eigenmittel-Anteile soll ein
Haftungsvolumen von 100 Millionen Euro bereitgestellt werden.
Auf
der Tagesordnung der Landtagssitzung stand auch das
Hochwasserschutz-Ausbauprogramm bis zum Jahr 2040. Investiert wird
insgesamt eine Milliarde Euro. Davon kommen 290 Millionen Euro aus
Landesmitteln, weiters beteiligen sich Gemeinden, Wasserverbände, der
Bund und das Landwirtschafts- und Verkehrsministerium. 110 Projekte
werden in Angriff genommen.
Teuerungsausgleich wurde bereits im Juli in NÖ beschlossen
Bereits am 25. Juli wurde in einer
Sondersitzung des Landtages der "Teuerungsausgleich" beschlossen - hier
enthalten ist auch der Strompreisrabatt, der parallel zur
Strompreisbremse des Bundes zur Anwendung kommt. Weiters umfasst das
Paket eine Verdoppelung des Heizkostenzuschusses auf 300 Euro sowie eine
Aufstockung der Pendlerhilfe samt Erhöhung der Einkommensgrenzen auch
für Wohnbeihilfe und -zuschuss sowie das Schulstartgeld. In Summe wurden
312 Millionen Euro an Entlastung für die Bevölkerung angekündigt.
Finanziert werden soll das Paket vorrangig aus Ausschüttungen der
Landesbeteiligungsholding und aus dem laufenden Budget sowie notfalls
durch Schulden, hieß es.
Hohe Investitionen im Bereich Mobilität in NÖ angekündigt
Im Bereich Mobilität wurden hohe
Investitionen angekündigt. In Niederösterreich sollen in den kommenden
20 Jahren 2,3 Milliarden Euro in Ausbau, Modernisierung und
Attraktivierung von Zugstrecken investiert werden. 400 Millionen Euro
für die "blau-gelbe Bahnoffensive" kommen vom Land, der Rest entfällt
auf den Bund. Im Rahmen des "Mobilitätspakets Niederösterreich
2023-2027" fließt rund eine Milliarde Euro in Bus, Bahn und die aktive
Mobilität.
Weiters wurde nun ein "langfristiges Bekenntnis" zu den Ötscherliften abgegeben. Das Land Niederösterreich wird die Anlagen in Lackenhof (Bezirk Scheibbs) auch nach Oktober 2023 weiter betreiben. Nach der Komplettübernahme Ende 2021 wurden die vorerst befristeten Dienstverhältnisse der 20 Mitarbeiter Anfang November in unbefristete geändert.