Die Aussichten für die heimische Wirtschaft für 2023 sind nur mäßig erfreulich. Das Wirtschaftswachstum wird laut BAnk-Austria-Ökonom Stefan Bruckbauer deutlich abkühlen.
Im Gegensatz zu heuer wird sich das Wachstum spürbar abkühlen, während die Inflation auf eher hohem Niveau bleiben wird. Die Stimmung in der Industrie und bei den Verbrauchern ist im Keller. Allerdings würden die Menschen die Auswirkungen der Inflation derzeit "extrem überschätzen", sagt Bank-Austria-Ökonom Stefan Bruckbauer.
Ökonom erwartet für 2023 weiterhin eine hohe Inflation
Für 2023 erwartet die Bank Austria für Österreich ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um die Nulllinie herum. Für die Eurozone sehen die Volkswirte der Deutschen Bank für 2023 sogar einen Rückgang des BIP von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Inflation in Österreich dürfte 2023 auf sechs Prozent zurückgehen
Die Inflation in
Österreich dürfte indessen nur geringfügig weniger werden und laut Bank
Austria von rund 8,5 im Jahr 2022 auf rund 6 Prozent zurückgehen. Erst
ab Ende 2023 sei mit einem Rückgang der Teuerung zu rechnen.
Bruckbauer: "Kostenanstieg ist massiv, wird aber überschätzt"
"Es
ist ein massiver Kostenanstieg, ich will das nicht kleinreden, aber es
wird auch massiv überschätzt," sagte Bruckbauer am Mittwoch bei einer
Pressekonferenz des Bankenverbandes zum Ökonomischen Ausblick für 2023.
Viele Haushalte, die sich die aktuelle Teuerung durchaus leisten
könnten, würden ihre Situation viel dramatischer einschätzen und hätten
das Gefühl, dass sie sich das Leben nicht mehr leisten können. Diese
Wahrnehmung schlage sich in Umfragen dann in extrem schlechten
Stimmungswerten zum Konsum und zum Verbrauchervertrauen nieder.
Fiskalische Maßnahmen zur Entlastung der Haushalte gesetzt
Dabei
seien einige fiskalische Maßnahmen zur Entlastung der Haushalte gesetzt
worden. In Summe habe ein Medianhaushalt 2022 rund 3.500 Euro
Mehrausgaben gehabt, dafür aber rund 2.600 Euro an Mehreinnahmen gehabt.
"Die Stimmung bei Konsumenten derzeit ist sicherlich schlechter als es
dem tatsächlichen Bild und der zu erwartenden Dynamik entspricht",
schlussfolgert Bruckbauer. Auch die gute Situation am Arbeitsmarkt
spiele offenbar kaum eine Rolle für die Bewertung der Lage.
Österreichischer Wirtschaft gehe es derzeit noch recht gut
Der
heimischen Wirtschaft gehe es derzeit jedenfalls noch recht gut.
Unternehmen sei es gut gelungen, steigende Preise in höhere
Verkaufspreise umzusetzen. Die Menschen hätten außerdem nach zwei Jahren
Pandemie das Bedürfnis, Konsum nachzuholen und würden dies auch tun.
Die Umsätze im Handel litten zwar noch unter fehlenden Touristen, sie
lägen aber über den Vorjahren. Auch Restaurants und Hotels hätten heuer
das Minus der Vorjahre aufholen können.
Auch beim Thema Energie stehe Österreich nicht schlecht da
Auch die Situation rund um
das Thema Energie stelle sich nicht nur schlecht dar. Zwar habe man
wegen des Ukraine-Kriegs Gas um teures Geld im Ausland kaufen müssen,
was die Nettoimporte deutlich erhöhe und den Wohlstand in Österreich
reduziere, die heimischen Gasspeicher seien aktuell aber sehr gut
gefüllt. Österreich habe zudem den Vorteil der großen Gaslager, in denen
praktisch der gesamte Jahresverbrauch des Landes gelagert werden könne.
Bis zum Sommer sei mit keinen Versorgungsproblemen zu rechnen, so
Bruckbauer.
Die Stimmung der KOnsumenten sei am Ende ein wichtiger Indikator
Am Ende sei die Stimmung der Konsumenten aber ein
wichtiger Indikator und stelle durchaus ein Abwärtsrisiko für die
Konjunkturprognosen dar, sollte sich die Stimmung stärker auf das
eigentliche Kaufverhalten niederschlagen als erwartet. Weitere
Abwärtsrisiken seien zudem weitere Lieferkettenprobleme, die Entwicklung
der Energiepreise, eine stärkere Eintrübung des globalen Umfeldes,
stark steigende Zinsen oder eine weitere Eskalation im Ukraine-Krieg.
Aktuelle Annahme sei, dass der Ukraine-Krieg nicht weiter eskaliert
Die
aktuelle Annahme rund um den Ukraine-Krieg sei, dass der Konflikt zwar
nicht gelöst wird, aber auch nicht weiter eskaliert. Im Gegenteil berge
es dagegen ein großes Aufwärtspotenzial für die Erwartungen, wenn es zu
einem Friedensvertrag oder einem Waffenruhevertrag in dem Konflikt
kommen würde, sagte Deutsche-Bank-Ökonom Marc Schattenberg. Eine solche
Entwicklung würde auch dem Konsumentenvertrauen wieder Auftrieb geben.
2024 soll es nach trüben Aussichten 2023 wieder etwas bergauf gehen
2024
sollte es nach den trüben Aussichten für 2023 stimmungsmäßig wieder
etwas bergauf gehen, so die Ökonomen. Die Erholung werde aber nur
schleppend voranschreiten, erwartet Bruckbauer.