Laut dem Zentrum für Verwaltungsforschung (KDZ) haben Österreichs Kommunen in Sachen Klimaschutz noch einen hohen Nachholbedarf.
So fehle nicht nur die Koordination zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. Auch werde Klimaschutz etwa beim Ausbau der Infrastruktur zu selten mitgedacht, hieß es am Dienstag in einer Pressekonferenz. Eine wichtige Rolle werde auch den Verhandlungen zum kommenden Finanzausgleich zukommen.
Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel seien noch relativ junge Aufgabenfelder, betonte Karoline Mitterer vom KDZ. Viele Fehler und Lücken aus anderen Bereichen werden dabei wiederholt, wie etwa Abstimmungsprobleme zwischen den einzelnen Gebietskörperschaftsebenen. Dabei könnte man bereits bestehende Instrumente besser nutzen und mit dem Fokus Klimaschutz versehen, so Mitterer.
Ein Beispiel dafür sei etwa die
Raumordnung, betonte die Expertin. Es gehe darum, bei der Planung
sparsam mit den Flächen umzugehen. Aber auch die Rahmenbedingungen der
Gemeinden gehörten evaluiert und verbessert. Das Potenzial der Kommunen,
zum Klimaschutz beizutragen, sei nämlich sehr hoch, befindet die
Expertin. So sollte etwa beim Neubau einer Schule auch immer Klima
"mitgedacht" werden.
Eine große Rolle schreibt das KDZ der
entsprechenden Finanzierung zu. Umweltschädliche Subventionen müssten
endlich gestrichen werden. Auch im Finanzausgleich brauche es einen
entsprechenden Fokus. Laut Mitterer sollte man hier keine Zeit verlieren
und bestehende Instrumente im Finanzausgleich evaluieren, inwieweit
diese zum Klimaschutz beitragen. Konkret fordert das KDZ einen
Klimaschutzfonds für kommunale Infrastrukturen sowie einen Fonds für den
öffentlichen Verkehr, um gezielt fördern zu können.
Auch Michael Getzner, Leiter des Forschungsbereich Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik (IFIP) an der Technischen Universität Wien, sieht Planungs- und Umsetzungsdefizite: "Jede der Gebietskörperschaften hinkt den eigenen Zielen hinterher." Dies betreffe unter anderem die Bereiche öffentlicher Verkehr und Raumentwicklung.