Die SPÖ äußerte ihre Forderung nach der Schaffung eines etwas 20 Milliarden Euro schweren Energiewendefonds.
Dieser solle sich an Unternehmen beteiligen, die für die Energiewende wichtig sind. Auch in Forschung und ein Rohstoff-Recycling-System soll investiert werden. Das Ganze ist Teil eines Fünf-Punkte-Plans für eine "neue Industriepolitik", den die SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner am Montag in einem Pressegespräch präsentiert hat.
ÖBAG solle den Fonds verwalten
Die Staatsholding ÖBAG solle den Fonds verwalten und dafür einen eigenen Beirat erhalten. Gespeist werden solle der Geldtopf teilweise über eine Übergewinnsteuer für Energie- und Mineralölkonzerne. So müsste die Hälfte einer solchen Abgabe in den Energiewendefonds fließen, fordern die Sozialdemokraten.
SPÖ fordert Energiewendefonds
Die Geldmittel sollen dort
eingesetzt werden, wo privatwirtschaftliche Investitionen ausbleiben.
Als Beispiel nannte die SPÖ-Chefin temporäre Flüssiggas-Terminals: Diese
seien kurzfristig für die Gasversorgung notwendig, die Investition
würde sich für private Unternehmen aber kaum lohnen. Ein weiteres Ziel
des Fonds solle die Beschaffung einer Reserve an für die Energiewende
kritischen Rohstoffen, wie Lithium und seltenen Erden, sein. Dazu solle
auch ein Rohstoff-Recycling-System aufgebaut werden.
SPÖ: Staat solle Kontrolle über Daseinsvorsorge behalten
Zu den
weiteren industriepolitischen Plänen der SPÖ zählen auch viele bereits
bekannte sozialdemokratische Forderungen. So solle der Staat weiter die
Kontrolle über die Daseinsvorsorge (Wasserversorgung, Müllentsorgung,
Öffentlicher Personenverkehr, etc.) behalten. Kritische Infrastruktur
wie das Stromnetz müsse in österreichischer Hand bleiben, und wichtige
Produktionskapazitäten müssten aufgebaut werden - die SPÖ nennt hier
Arzneimittel als Beispiel.
Ziel: Energiewende forcieren
Ziel des Fünf-Punkte-Plans sei es, die
Energiewende zu forcieren und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen
Industrie zu bewahren. Kurzfristig solle dies auch über einen
Gaspreisdeckel geschehen, besonders um Nachteile gegenüber deutschen
Mitbewerbern zu verhindern, wenn in Deutschland im März eine
Gaspreisbremse in Kraft tritt. Um die Zeit zu überbrücken, bis der von
ihr geforderte Gaspreisdeckel käme, will die SPÖ im Dezember gleich alle
Gasrechnungen - für Haushalte und Industrie - aussetzen lassen.
Merit-Order-Prinzip soll beendet werden
Darüber
hinaus fordert man, dass das Merit-Order-Prinzip zur Strompreisfindung
auf europäischen Niveau beendet wird. Als mögliche Alternativen verwies
SPÖ-Chefin Rendi-Wagner auf das sogenannte iberische Modell (Gas für
Stromproduktion wird subventioniert), das Schweizer Modell (getrennte
Märkte für große und kleine Verbraucher) oder einen eigenen Markt nur
für erneuerbare Energieträger.
Als letzten Punkt fordert die SPÖ verstärkt staatliche Investitionen in die Aus- und Weiterbildung sowie den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen.