Freitagnachmittag startet die zweite Gehalts-Verhandlungsrunde der Beamten. Mit einer Einigung wird noch nicht gerechnet.
Die Beamten-Gehaltsverhandlungen gehen am Freitagnachmittag in die zweite Runde. Mit einer Einigung wird eher noch nicht gerechnet, es ist sogar noch offen, ob die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst eine in Zahlen gegossene Forderung oder die Regierung ein konkretes Angebot auf den Tisch legen werden.
In der ersten Runde vor gut drei Wochen haben der für die Beamten zuständige Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) und Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) gemeinsam mit GÖD-Vorsitzendem Norbert Schnedl die relevanten Wirtschaftsdaten für die weiteren Gespräche außer Streit gestellt. Konkret wurden die Inflation der letzten vier Quartale mit 6,9 Prozent und das prognostizierte Wirtschaftswachstum für das heurige Jahr mit 4,75 Prozent beziffert. Diese Parameter bilden wie immer die Grundlage für die weiteren Verhandlungen.
Ob nun am Freitag schon
Nägel mit Köpfen gemacht werden und die Gewerkschaft eine zahlenmäßige
Forderung stellen wird, ließ Schnedl im Vorfeld offen. Den
Metaller-Abschluss mit durchschnittlich 7,44 Prozent will der
GÖD-Vorsitzende jedenfalls nicht als Richtschnur nehmen. "Jede Branche
hat ihre eigenen Besonderheiten. Insofern ist ein direkter Vergleich
nicht möglich", betonte Schnedl gegenüber der APA.
Er machte aber auch gleich deutlich, dass die Gewerkschaft keine große Zurückhaltung üben werde: "Alle Kolleginnen und Kollegen im Öffentlichen Dienst waren in den letzten Jahren extrem gefordert, Stichworte: Personalknappheit, Corona-Pandemie, Flüchtlingsbewegungen, etc.. Das und die hohe Inflation werden wir bei den kommenden Verhandlungen unmissverständlich einbringen."
Direkt betroffen von den Gehaltsverhandlungen sind
225.835 Personen (Bundesbedienstete und Landeslehrerinnen), indirekt
betroffen sind die 307.900 Bediensteten der Länder und Gemeinden, die
den Bundesabschluss meist übernehmen.
Für heuer hatten die Beamten
bei einer Inflation von 2,1 Prozent eine Gehaltserhöhung um
durchschnittlich 3,0 Prozent, sozial gestaffelt zwischen 2,91 und 3,22
Prozent, erhalten. Angesicht der inzwischen stark gestiegenen Inflation
ist für 2023 mit einem kräftigeren Plus zu rechnen.