250 Asylwerber aus Syrien und Afghanistan sollen in Spittal an der Drau in einer Halle der ehemaligen Schuhfabrik Gabor untergebracht werden. Jetzt protestiert die Stadt gegen das Asylquartier.
Wie Spittals Bürgermeister Gerhard Köfer am Dienstag sagte, protestiere die Stadt massiv gegen diesen Schritt, über den er erst am späten Montagabend informiert worden sei. Man plane eine Gemeindebefragung und wolle "alle rechtlichen Möglichkeiten dagegen ausschöpfen", so Köfer im Gespräch mit der APA.
Spittal a.d. Drau macht gegen mögliches Asylquartier mobil
Am Vormittag habe es bereits eine Sondersitzung des Spittaler Stadtrates gegeben: "Der einstimmige Tenor über alle Parteigrenzen hinweg war, dass die Stadt Spittal diese überfallsartige Vorgehensweise nicht akzeptiert", so Köfer. Man werde jegliche Möglichkeit - etwa in Sachen Baurecht - ausschöpfen, so dürfe es zum Beispiel keine zeitlich befristete Beherbergung von Personen in einem Gewerbegebiet geben. Dass die Stadt mit einer Gemeindebefragung die Kompetenzen des Bundes aushebeln könnte, glaubt Köfer zwar nicht: "Aber wir wollen einen Anstoß geben, darüber zu diskutieren." Spittal werde nicht für "verfehlte Asylpolitik büßen", speziell nach den Ausschreitungen in Linz gebe es Ängste in der Bevölkerung.
Unklar bis wann die Halle adaptiert ist und Asylwerber einziehen
Bis wann die Halle adaptiert ist und
Asylwerber einziehen, sei vorerst noch unklar, so Köfer: "In dem
Telefonat gestern Abend wurde mir mitgeteilt, dass das sehr schnell
gehen kann. Vielleicht ist es schon am Wochenende so weit." Weiteres
Argument des Stadtchefs ist, dass sich in einer der ehemaligen
Gabor-Hallen einmal ein Betrieb ansiedeln wollte, was aber nicht möglich
war, weil der Boden belastet sei: "Und jetzt will man da Betten
aufstellen."
Nur Wien und Burgenland erfüllen momentan ihre Betreuungsquote
Von der Bundesagentur für Betreuungs- und
Unterstützungsleistungen (BBU) hieß es am Dienstag, dass momentan nur
zwei Bundesländer (Wien
und das Burgenland) ihre Betreuungsquote erfüllen: "Kärnten ist
Schlusslicht bei der Quotenerfüllung", so BBU-Leiter Andreas Achrainer.
Der Besitzer der ehemaligen Schuhfabrik habe ein entsprechendes Angebot
an die BBU gelegt, "wir waren gerade in der Prüfung aller relevanten
Details". Ob der Besitzer des Objektes mit der BBU nach der heutigen
Pressekonferenz weiter im Gespräch bleibt, sei "völlig ungewiss".
Beispiel, wie es der BBU ungmöglich gemacht wird Quartiere zu schaffen
Insgesamt
sei die Causa "ein gutes Beispiel dafür, wie es der BBU unmöglich
gemacht wird, Quartiere zu schaffen", so Achrainer. Gleichzeitig würden
die Bundesländer aber auch nicht annähernd genügend Menschen in ihre
Quartiere übernehmen: "Als Resultat sind unsere Kapazitäten ausgeschöpft
und für neu ankommende Menschen droht die Obdachlosigkeit."