Es werde eine Herausforderung die Stromversorgung in deisem Winter zu sichern, aber dass es zu einem Blackout kommen könnte, ist laut Stromnetzbetreiber Austrian Power Grind (APG) sehr unwahrscheinlich.
Laut Austrian Power Grid (APG) ist ein Blackout im heurigen Winter sehr unwahrscheinlich. Im realistischsten Szenario komme es "zu keiner einzigen Stunde zu einer Lastunterdeckung, also einer Situation, wo es zu wenig Stromangebot für die Stromnachfrage gäbe", sagte Energieministern Leonore Gewessler (Grüne) am Montag.
Laut Netzbetreiber APG besteht keine Blackout-Gefahr im Winter
Erst unter noch schwierigeren Rahmenbedingungen könnte es zu wenig Strom geben, aber "Lastunterdeckung heißt nicht, dass es zum Stromausfall kommt", sagte Gewessler, man müsste dann lediglich den Verbrauch gezielt reduzieren. Der von der APG durchgeführte Strom-Stresstest zeige: "In keinem der Szenarien gibt es in Österreich ein erhöhtes Blackout-Risiko."
Kein erhöhtes Blackout-Risiko in Österreich im Winter 2022
APG-Technikvorstand Gerhard
Christiner bezeichnete die energiewirtschaftliche Lage als "durchaus
angespannt", deshalb habe man einen Stresstest mit Fokus auf das
Winterhalbjahr durchgeführt. Gas spiele für die Versorgungssicherheit
eine entscheidende Rolle. "18 Prozent des Strombedarfs in Europa decken
wir in diesem Winter, und das ist auch die Historie, aus
Gaskraftwerken." Man könne daher auf Gas auch im Strombereich nicht
verzichten. "Das bedeutet: Circa ein Drittel der verfügbaren
Speicherkapazitäten im Gasbereich müssen für die Stromerzeugung
herangezogen werden." Etwa 27 Prozent des Strombedarfs im Winter würden
in Europa aus Atomkraftwerken gedeckt.
Österreich deckt Strombedarf zu 16 Prozent aus Importen im Winter
Österreich decke seinen
Strombedarf im Winterhalbjahr zu 16 Prozent aus Importen. 22 Prozent des
Stroms kommen in Österreich aus Gaskraftwerken, die restlichen 62
Prozent aus Wasserkraft, Wind, Photovoltaik und Biomasse.
Europas größter Atomstromerzeuger Frankreich habe derzeit von seinen 61 Gigawatt an Produktionsleistung derzeit nur knapp unter 30 GW verfügbar, erklärte der APG-Vorstand. Man gehe davon aus, dass es in diesem Winter rund 40 GW an verfügbarer AKW-Leistung in Frankreich zu den Spitzenzeiten im Jänner geben werde.
Gefahr, dass nicht genug Steinkohle zu den Kraftwerken gelangt
In Deutschland bestehe die
Gefahr, dass bei niedrigen Wasserständen der Flüsse im Winter nicht
genug Steinkohle zu den Kraftwerken transportiert werden kann. Auch
Polen sei stark von Kohle abhängig, auch von Kohle aus Russland, die
derzeit nicht verfügbar sei. Deshalb habe Polen auf europäischer Ebene
die Ausnahmegenehmigung erwirkt, dass es keinen Stromexport zulassen
muss.
APG hat drei Szenarien bei der Stromversorgung durchgerechnet
Vor diesem Hintergrund habe die APG drei Szenarien durchgerechnet, erklärte Christiner. Das wahrscheinlicheste Szenario ("Kombinationsszenario") gehe davon aus, dass es keine Probleme mit der Kohleversorgung in Deutschland gibt und auch keine Zunahme des Stromverbrauchs und keine Gas-Limitierung für die Stromerzeugung. In diesem Szenario könnte die Stromnachfrage zu jeder Zeit gedeckt werden.
Verfügbarkeit deutscher AKWS seien nicht berücksichtigt worden
Im
"Kombinationsszenario kritisch" könnte es in Österreich 479 Stunden mit
Lastunterdeckung geben, im "Kombinationsszenario sehr kritisch" bis zu
815 Stunden. "Diese beiden Szenarien haben aus heutiger Sicht geringe
bzw. sehr geringe Eintrittswahrscheinlichkeiten für den Winter
2022/2023", sagen die APG-Experten. Dabei sei die Verfügbarkeit der drei
deutschen Atomkraftwerke nicht einmal berücksichtigt worden.
Stresstest sei keine Indikation für ein mögliches Blackout
Der
Stresstest sei keine Indikation für ein mögliches Blackout, betonte
Christiner. Ein Blackout sei ein unkontrollierter, völlig unerwarteter
Zusammenbruch des Stromnetzes, einem Strommangel hingegen könnte man
gezielt gegensteuern.