Der im Rahmen der Pflegereform angekündigte Gehaltsbonus wird bei rund rund 2.000 Euro liegen.
Das Sozialministerium bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der "Krone". Ausbezahlt werden soll die Summe im Dezember, hieß es auf APA-Anfrage. Die Länder können diesen Sockelbetrag erhöhen, Niederösterreich kündigte am Montag eine Aufstockung um 500 Euro (steuerfrei) an.
Rauch stellte Pflege-Gehaltsbonus in Aussicht
Bei
der Präsentation der Pflegereform Mitte Mai stellte Gesundheitsminister
Johannes Rauch (Grüne) einen durchschnittlichen Bonus in Höhe eines
Monatsgehaltes in Aussicht. Es solle sich um einen "spürbareren
Nettoeffekt" handeln, sagte er damals.
Gehaltszuschuss soll mti dem Dezember-Gehalt kommen
Mit dem Dezember-Gehalt
soll dieser Gehaltszuschuss nun auf den Konten der in der Pflege Tätigen
landen. Die Höhe werde 2022 in etwa bei 2.000 Euro brutto liegen, hieß
es aus dem Ministerium. Auch für 2023 ist eine derartige Sonderzahlung
geplant; auf welche Weise und wann diese Auszahlung erfolgen wird, ist
noch offen.
Bund stellt 570 Mio. Euro zur Verfügung
Insgesamt stellt der Bund den Ländern für 2022 und
2023 (im Rahmen des sogenannten "Entgelterhöhungs-Zweckzuschussgesetzes"
- EEZG) 570 Mio. Euro zur Verfügung, verwies man am Montag im
Sozialministerium auf die bekannten Eckdaten. Ziel sei die Erreichung
"einer besseren Bezahlung von Pflege- und Betreuungspersonal". Die
Verteilung der Mittel erfolge auf Grundlage des Bevölkerungsschlüssels
des jeweiligen Bundeslandes. Zusätzlich wurde laut Ministerium für jedes
Bundesland ein Ausgleichsbetrag gesetzlich definiert, um die Differenz
zwischen der Bevölkerungsanzahl und der Beschäftigtenanzahl zu
minimieren. Bei der Landessozialreferentenkonferenz sei beschlossen
worden, dass die Mittel so ausgezahlt werden, dass alle betroffenen
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen österreichweit den gleichen Betrag
erhalten.
Länder können Sochelbetrag aufstocken
Die Länder können diesen Sockelbetrag aufstocken. Niederösterreichs
Landeshauptfrau Johanne Mikl-Leitner (ÖVP) kündigte dies am Montag
bereits an: Das Land zahlt an über 23.000 Pflege- und Betreuungskräften
eine zusätzliche steuerfreie Prämie in Höhe von 500 Euro. Dafür nehme
man rund zehn Millionen Euro in die Hand, hieß es in einer
Pressekonferenz.
Land wolle den Pflegekräfte "Danke sagen"
Mit der blau-gelben Pflegeprämie wolle das Land
den Beschäftigten "Danke sagen für all das, was sie geleistet haben",
sagte Mikl-Leitner. "Die Belegschaft muss wissen: Vertrauen und
Verlässlichkeit gilt für uns in Niederösterreich",
betonte die ÖVP-Politikerin. Die Prämie soll mit dem Dezember-Gehalt
ausbezahlt werden, ergänzte Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister
(ÖVP). Für Vollzeitbeschäftigte beträgt die Summe 500 Euro, für
Mitarbeiter in Teilzeit soll das Geld aliquot berechnet werden. "Für uns
als Gesundheitsgewerkschaft ist heute ein guter Tag", meinte Reinhard
Waldhör, Vorsitzender der GÖD-Gesundheitsgewerkschaft.
Kritik übten die niederösterreichischen Landesregierungsmitglieder am Bund: Der Gesundheitsminister habe im Mai den Betrag von durchschnittlich einem Monatsgehalt versprochen. Nun würden die Mittel nur für rund 2.000 Euro brutto reichen, "das ist nicht das, was versprochen worden ist", so Mikl-Leitner.