Jazzlegende Richard Oesterreicher, der auch der Schöpfer der Fußballhymne "Immer wieder Österreich" ist, feiert seinen 90. Geburtstag.
"Immer wieder Österreich", diese unsterbliche Fußballhymne ist fast jedem Österreicher ein Begriff. Ihr Schöpfer, Richard Oesterreicher feiert seinen 90. Geburtstag. Dabei sind die Stadiongesänge nur ein kleiner Seitenstrang im großen Œuvre des Jazzers, der Akkordeon, Klavier, Gitarre und Mundharmonika gleichermaßen beherrscht. Am Donnerstag (10. November) feiert Richard Oesterreicher nun 90. Geburtstag - und blickt dabei auf einen langen Karriereweg zurück.
Jazzlegende Richard Oesterreicher feiert seinen 90. Geburtstag
Den Ausgangspunkt nahm dieser für den Sohn eines Musiklehrers am 10. November 1932 in Wien. Von Anfang an mit Musik konfrontiert, entschied sich Oesterreicher dennoch 1947 zunächst für eine Lehre als Schriftsetzer - ein Beruf, den er auch zehn Jahre lang ausübte. Die Musik lief nebenbei mit: Oesterreicher lernte zunächst Akkordeon und Klavier, später auch Gitarre. Als Amateur widmete er sich hauptsächlich dem Jazz, 1958 gab er schließlich seinen erlernten Beruf ganz für die Musikleidenschaft auf.
Richard Oesterreicher startete seine Karriere mit Afutritten in Wien
Nach einigen Auftritten in Wiener
Bars, übernahm er die Leitung einer Band, die er in Richard Oesterreich
Quartett umbenannte. In den folgenden Jahren war er als Berufsmusiker
mit unterschiedlichen Formationen unterwegs - bis schließlich die
entscheidende Wende in der Vita des Jazzers anstand: Der ORF gründete
eine 20 Mann starke Band und engagierte Oesterreicher. Fortan war er
fest mit dem Österreichischen Rundfunk verbunden, arbeitete als
Studiogitarrist, Arrangeur und Musiker im Unterhaltungsorchester. 1972
wurde er Mitglied der ORF Big Band, in der er sich so etablierte, dass
er 1976 deren musikalische Leitung übernahm. Er komponierte unter
anderem die Signations für die ORF-Shows "Wer A sagt", "Champion", "O du
mein Österreich" und "Countdown".
Oesterreicher war beim Eurovision Song Contest einige Male zu hören
Auch beim Eurovision Song
Contest waren Oesterreicher und die ORF Big Band einige Male zu hören,
etwa bei Blue Danubes "Du bist Musik", "Keine Mauern mehr" von Simone
oder dem Thomas-Forstner-Klassiker "Venedig im Regen". Nebenbei hörte
Oesterreicher jedoch nie auf, in eigenen Bands zu spielen. 1981 gründete
er die Richard Oesterreicher Big Band, die in Fernsehshows auftrat und
auch Platten produzierte. Oesterreicher arbeitete dabei mit Künstlern
wie Udo Jürgens, Peter Alexander oder José Carreras zusammen.
Richard Oesterreicher begeisterte das Publikum mit Mundharmonika
Aber
nicht nur mit großer Band, auch alleine mit seiner Mundharmonika
begeisterte Oesterreicher sein Publikum, etwa an der Seite von Toni
Stricker, Herb Ellis oder Viktor Gernot. So ließ ihn auch im
vermeintlichen Ruhestand die Musik nie ganz los - begeisterte das
Jazzurgestein doch noch lange als einer der wenigen
Mundharmonikasolisten Österreichs.