Heute hat die WKStA eine Liste mit Themen für die Befragung von Thomas Schmid im U-Ausschuss vorgelegt. Die ÖVP ist gegen die WKStA-Liste.
Anlass war, dass die Ermittler befürchteten, ein Vorgreifen der Parlamentarier würde die Ermittlungen behindern. Die WKStA ersuchte deshalb um Konsultation. Laut SPÖ-Fraktionsführer Jan Krainer kamen vier Fraktionen dem Wunsch nach, lediglich die ÖVP ist dagegen.
Anklagebehörde muss sich auf Kooperationsbereitschaft der Parteien verlassen
Die Anklagebehörde muss sich in dieser Frage aber auf die Kooperationsbereitschaft der Parteien verlassen. Darauf bestehen, dass bestimmte Fragen im U-Ausschuss nicht gestellt werden, kann sie nicht. Um eine gemeinsame Vereinbarung zu treffen, verlangt es Einstimmigkeit - also auch die Zustimmung der ÖVP. Am Montag werde man sich erneut besprechen, so Krainer.
WKStA legt Themenliste für Schmid-Befragung vor
Dass man Wünschen der Staatsanwaltschaft
nachkomme, um Ermittlungen nicht zu gefährden, sei eine "Golden Rule" so
Krainer. "Dass gerade die ÖVP hier Probleme macht, ist eigentlich
skandalös".
Krainer habe kein Problem mit der WKStA-Liste
Krainer habe kein Problem mit der Liste der
Staatsanwaltschaft, auch aus dem Grund, dass man sich vorbehalte, Schmid
im Dezember erneut vorzuladen. Dann wird Schmid vor der WKStA zu allen
Themenbereichen ausgesagt haben, und im U-Ausschuss auch zu aktuell noch
geschwärzten Passagen befragt werden können.
ÖVP sei gegen WKStA-Liste
Die Entscheidung seiner Fraktion, der Bitte der WKStA nicht nachzukommen, rechtfertigte ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger in einer Aussendung am Freitag so: "Strafrechtliche Ermittlungen dürfen durch den U-Ausschuss nicht behindert werden. Im österreichischen Verfassungsgefüge ist es aber schon noch das Parlament, dem die Kontrolle über die Vollziehung - und damit im Übrigen auch über die WKStA - zukommt, und nicht umgekehrt."