Die Austrian Airlines zahlt die noch offenen 210 Millionen Euro, des in der Coronakrise gewährten Staatskredits, vorzeitig mit Jahresende zurück. Die AUA flog im Sommer 110 Millionen Euro Gewinn ein.
Aufgrund der hohen Liquidität nach einem starken Sommerquartal und einer Kreditlinie des deutschen Mutterkonzerns Lufthansa, könne man die noch offenen 210 Millionen Euro, des in der Coronakrise gewährten vom Staat besicherten Kredit, frühzeitig und vollständig tilgen, teilte die Austrian Airlines (AUA) am Donnerstag mit.
Staatskredit der AUA wäre bis Ende 2025 gelaufen
Man sei stolz, den Kredit vorzeitig zurückzahlen zu können, "auch wenn die tiefen finanziellen Narben der Pandemie erst in ein paar Jahren ganz verheilt sein werden", erklärte AUA-Vorstandschefin Annette Mann in der Presseaussendung. Ursprünglich wäre der Kredit bis Ende 2025 gelaufen.
AUA fliegt im Sommer dreistelligen Millionengewinn ein
Nach dem Coronatief der
vergangenen beiden Jahre hat die AUA heuer in den Ferienmonaten Juli und
August sowie im September hohe Umsätze und einen dreistelligen
operativen Gewinn verbucht. Der Umsatz hat sich gegenüber dem dritten
Quartal 2021 mehr als verdoppelt, von 304 auf 687 Mio. Euro. Der
Quartalsumsatz lag sogar um 6 Prozent bzw. 39 Mio. Euro über dem letzten
Sommerquartal vor Ausbruch der weltweiten Pandemie.
Der Betriebsgewinn (Adjusted EBIT), bei dem Bewertungsänderungen der Flugzeugflotte herausgerechnet sind, sei mit 110 Mio. Euro das beste Quartalsergebnis seit Jahrzehnten, hieß es in der AUA-Mitteilung. Im Sommerquartal 2021 schaffte die Airline mit 2 Mio. Euro nur knapp schwarze Zahlen. Ohne die hohen Kosten für Kerosin wäre der Gewinn heuer noch höher ausgefallen.
Insgesamt 450 Millionen Euro in Coronakrise für AUA
Wie hoch die Kreditlinie ist, die die AUA vom Mutterkonzern erhält, bezifferte das Unternehmen nicht. Die AUA war im Juni 2020 nach der ersten Pandemiewelle von der türkis-grünen Bundesregierung mit insgesamt 450 Mio. Euro gerettet worden. 150 Mio. Euro flossen direkt von der Staatskasse auf die Konten der Airline und mussten nicht zurückgezahlt werden. Für den 300 Mio. Euro schweren Kredit übernahm die Republik die Haftung. Weitere 150 Mio. Euro schoss der Eigentümer Lufthansa zu.
9 Milliarden Staatshilfen für AUA-Mutterkonzern Lufthansa
Der Lufthansa-Konzern als Ganzes
musste mit Staatshilfen mehrerer Länder vor dem Aus gerettet werden.
Diese machten in Summe 9 Mrd. Euro aus. Im Heimatland Deutschland wurden
die Finanzhilfen bereits Ende 2021 komplett getilgt. In der Schweiz
stieg die Tochterairline Swiss heuer im Juni aus ihrem vom Schweizer
Staat verbürgten Milliardenkredit aus.