Angesichts der akutellen Erkältungssaison mit Corona, Grippe und weiteren Krankheiten haben die Ärzte zum Impfen und zum Maskentragen aufgerufen.
Aktuell sind viele Leute schwer verkühlt, beruhigen aber ihre Umgebung mit den Worten: "Ich bin Coronavirus-getestet und negativ", berichtete die Virologin Monika Redlberger-Fritz Montag bei einer Pressekonferenz. "Ich möchte aber deren Krankheiten nicht haben, egal wie sie heißen", sagte sie.
Erkrankte Menschen sollen verantwortlich handeln
Erkrankte Menschen sollten verantwortlich handeln und andere nicht anstecken. Dies könnte man durch Impfungen und Maskentragen verhindern. "Die FFP2-Maske muss daher gesellschaftsfähig sein", forderte Redlberger-Fritz.
Ärzte rufen zum Impfen und Maskentragen in der Erkältungssaison auf
Derzeit sind laut Abwasseranalysen die
tatsächlichen Infektionszahlen mit SARS-CoV-2 dreimal höher, als die
Tests zeigen, sagte Rudolf Schmitzberger von der Österreichischen
Ärztekammer: "Es wäre deshalb grob fahrlässig, das Maskentragen und
Testen weiter herunterzufahren". Diese Maßnahmen würden die Ärzte
zusätzlich zu den Impfungen als "essenziell erachten, damit wir gut über
die nächsten Monate kommen". An den Gesundheitsminister appellierte er,
durch Verordnungen die "laxen Hygienemaßnahmen" wieder zu verbessern.
"Zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln und bei Veranstaltungen
sollte eine österreichweite FFP2-Maskenpflicht wieder angedacht werden",
meinte er.
EMA ließ Corona-Impfung für Kinder ab sechs Monaten zu
Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) habe
kürzlich die Covid-19 Impfung für Kinder ab sechs Monaten zugelassen.
"Wir sind in Österreich sehr glücklich, dass dies nun formal durch die
Zulassungsbehörde gedeckt ist", erklärte der Mediziner. Ob sie vom
Nationalen Impfgremium (NIG) für alle Kinder oder nur Risikofälle
empfohlen wird, entscheide sich in den kommenden Tagen, sagte Maria
Paulke-Korinek von der Abteilung für Impfwesen des
Gesundheitsministeriums. Sie berichtete, dass sich aufgrund des starken
Fokus auf die Covid-19-Pandemie Impflücken bei anderen Krankheiten wie
Masern, Polio (Kinderlähmung), Diphtherie, FSME und Keuchhusten aufgetan
haben. "Im Zweifelsfall sollte man beim Arzt des Vertrauens schauen
lassen, ob Impflücken bestehen und gegebenenfalls Impfungen nachholen
lassen", sagte Schmitzberger.
Starke Welle der echten Grippe in Australien
Heuer suchte eine sehr zeitige und
starke Welle der echten Grippe (Influenza) Australien im dortigen Winter
heim, berichtete Monika Redlberger-Fritz, die am Zentrum für Virologie
der Medizinischen Universität Wien
arbeitet. Es gäbe Signale, dass dies nun auf der Nordhalbkugel
passieren wird: "Normalerweise gibt es die ersten nicht
reiseassoziierten Influenza Fälle erst ab Ende November oder im
Dezember, nun sind sie zeitverschoben schon früher aufgetreten", sagte
sie. Man müsse deshalb damit rechnen, dass im Vergleich zu früheren
Jahren eine zeitlich vorverschobene Grippewelle in vier bis sechs Wochen
startet. "Dementsprechend ist jetzt ein guter Zeitpunkt für die
Impfung", erläuterte sie.
Es sei mit stärkere Grippe-Welle zu rechnen
Weil die Maßnahmen gegen die
Covid-19-Pandemie in den beiden vergangenen Saisonen die Influenzawellen
ausfallen ließen oder stark abflachten, sei mit einer umso stärkeren
Welle zu rechnen, wenn die Hygienemaßnahmen abflauen, betonte
Redlberger-Fritz: "Wann immer es eine starke Welle gab, folgte eine
flache, wenn sie aber ausfiel, folgte im nächsten oder spätestens
übernächsten Jahr eine sehr starke Welle, die besonders früh ankam".
Genau dies sei heuer in Australien geschehen und in Europa zu
befürchten.
Doppelinfektionen mit "Flurona" möglich
Wenn gleichzeitig Corona- und Influenzawellen
auftreten, sind auch vermehrt Doppelinfektionen möglich, erklärte die
Medizinerin. Diese hat man mit dem Kunstwort "Flurona" belegt. "Es
handelt sich dabei um eine zeitgleiche Infektion mit zwei
unterschiedlichen Viren", sagte sie. Solch eine Doppelinfektion würde
das Risiko für einen nötigen Intensivstations-Aufenthalt sowie eine
notwendige Beatmung im Vergleich zu einer einfachen Infektion
verdoppeln. "Wir sollten also verhindern, dass alles zeitgleich
stattfindet", sagte sie: Und zwar durch Impfungen und Hygienemaßnahmen
wie dem Tragen von FFP2-Masken.
Umfangreiche Schutzimfpungen in Österreich verfügbar
"Den Österreicherinnen und Österreichern stehen umfangreiche Schutzimpfungen zur Verfügung, die mit Bedacht auf die eigene Gesundheit auch wahrgenommen und genutzt werden sollen", betonte auch Alexander Herzog, Generalsekretär des Verbands der pharmazeutischen Industrie (Pharmig), in einer Aussendung allgemein zu Vakzinen gegen verschiedenste Krankheiten. "Jeder Erkrankungsfall ist einer zu viel, vor allem wenn er durch eine Impfung vermeidbar ist."