Jener Österreicher, welcher in dieser Woche im Iran festgenommen wurde, befindet sich weiterhin in Haft. Er soll laut Außenministerium kein österreichisch-iranischer Doppelstaatsbürger sein.
Die österreichische Botschaft in Teheran arbeite mit Hochdruck daran, weitere gesicherte Informationen zu erhalten, hieß es am Freitag auf APA-Anfrage aus dem Außenministerium. Es handle sich wahrscheinlich um einen österreichischen Staatsbürger, nicht um einen österreichisch-iranischen Doppelstaatsbürger, eine endgültige Bestätigung dafür seitens des Iran stehe aber noch aus, so eine Sprecherin.
Der Mann dürfte nicht beim Außenministerium als Reisender oder Auslandsösterreicher registriert gewesen sein. Für den Iran gelte seit 4. Oktober eine Reisewarnung, das Außenministerium empfehle allen Österreicherinnen und Österreicher dringend, das Land zu verlassen, wurde betont.
Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur FARS
hatte am Mittwoch gemeldet, dass sich 14 Ausländer, darunter ein
Österreicher, in Haft befänden. Laut Außenministerium wird dem
Österreicher ein Delikt vorgeworfen, das nicht in Zusammenhang mit den
Demonstrationen steht.
Derzeit sind laut "Kurier" rund 150
Auslandsösterreicher im Iran registriert, die überwiegende Mehrheit
davon sind Doppelstaatsbürger. 20 Personen sind derzeit trotz der
Reisewarnung reiseregistriert.
Zwei österreichisch-iranische Doppelstaatsbürger sitzen seit Jahren in Haft im Iran. Der Wiener
IT-Experte Kamran Ghaderi wurde 2016 bei einer Geschäftsreise im
Teheran festgenommen. Der Generalsekretär der Österreichisch-Iranischen
Gesellschaft Massud Mossaheb wurde Anfang 2019 bei einem Besuch in
Teheran festgenommen. Beide wurde nach Spionagevorwürfen zu langjährigen
Haftstrafen verurteilt.