Der Rechungshof kritisiert das Fehlen einer umfassenden Wärmestrategie und einer Förderabwicklung.
Damit fehlten die Voraussetzungen, um "die ambitionierten Dekarbonisierungsziele, vor allem im städtischen Bereich, sozial verträglich zu erreichen", heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht. Für Investitionsentscheidungen von Energieversorgern und Privatpersonen zum Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme wären aber strategische Weichenstellungen und Planungssicherheit nötig.
Auch der österreichische Aufbau- und Resilienzplan 2020 bis 2026 enthalte "weder Zielvorgaben noch Fördermaßnahmen für einen "grünen Übergang" in der Wärmeversorgung", kritisiert der RH. Dabei wäre der Ausbau Erneuerbarer Energien angesichts der aktuellen Lage und dem Klimawandel drängender denn je.
Kritik gibt es vom Rechnungshof
auch an der Abwicklung der Förderungen für den Wärme- und
Kälteleitungsausbau über die AWISTA. Ende 2020 seien 169 Förderanträge
offen gewesen, deren Abwicklung werde noch mehrere Jahre dauern. Die
ministerielle Verantwortung sei mehrmals gewechselt, das habe zu
Unklarheiten geführt. "Das Anwachsen der Warteliste war auf
Abstimmungserfordernisse mit dem Ministerium zur praktischen
Förderabwicklung und zur Beurteilung einer geänderten Rechtslage sowie
insbesondere auf fehlende Mittelfreigaben durch das Ministerium
zurückzuführen", so der RH.
Der Rechnungshof empfiehlt dem Klimaministerium, in der zu erstellenden Wärmestrategie die Zielvorgaben und Maßnahmen sowie den Förderbedarf für den "grünen Übergang" zu definieren. Insbesondere sollte dabei erklärt werden, wie die Ziele in den Städten erreicht werden können und wie der hohe Anteil an erdgasbetriebenen Heizungen substituiert werden kann. Die nötigen Mittel für den Netzausbau seien freizugeben. Das Klimaministerium solle auch den Förderprozess überarbeiten, um "eine den zeitgemäßen Ansprüchen entsprechende Förderabwicklung sicherzustellen".