Am Dienstag starten die Verhandlungen für den Handels-KV. Im Vorfeld wurde von den Arbeitnehmervertretern noch keine Lohnforderung publik gemacht.
Heute starten die Verhandlungen für den Kollektivvertrag der über 500.000 Beschäftigten im Handel, die Vorzeichen dafür sind schwierig. Bei der bereits laufenden Metaller-Lohnrunde haben die Arbeitgeber gestern ein Einkommensplus von 4,1 Prozent und eine Erfolgsbeteiligung angeboten - während die Arbeitnehmervertreter ein Plus von 10,6 Prozent fordern. Basis der Sozialpartner-Verhandlungen ist traditionell die Inflation der vergangenen zwölf Monate, sie lag bei 6.3 Prozent.
Die Beschäftigtenvertreter im Handel hatten im Vorfeld der heutigen Verhandlungen ihre Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen aus der Metallindustrie betont, selbst aber noch keine Lohnforderung publik gemacht. Traditionell schließt die Metallindustrie deutlich über den Handelsangestellten ab - während der Mindestlohn bei den Metallern bei 2.090 Euro brutto monatlich liegt, beträgt er im Handel 1.800 Euro.
Wobei der Handel - im Gegensatz zur Metallindustrie mit ihren rund 1.200 Betrieben, vorwiegend Familienbetriebe - sehr unterschiedlich aufgestellt ist. Das Spektrum der Arbeitgeber reicht von den großen Konzernen Rewe und Spar bis zum kleinen Fachgeschäft für Nähzubehör.
Unter der Jahresinflation
will die zuständige Gewerkschaft GPA jedenfalls nicht abschließen, sagte
im Vorfeld GPA-Chefverhandler Martin Müllauer. Neben mehr Geld will die
GPA auch einen Fixbetrag für Lehrlinge von 150 Euro und den leichteren
Zugang zur 6. Urlaubswoche.
Eine Einrechnung der
Anti-Teuerungs-Pakete der Bundesregierung - wie von den Arbeitgebern der
Metalltechnischen Industrie eingefordert - lehnt die GPA ab. Sie würden
mit den Arbeitgebern, und nicht mit der Regierung verhandeln, so die
Gewerkschaft. Müllauer hat jedenfalls schon klargestellt, dass sich die
Arbeitnehmer auf schwierige Verhandlungen einstellen. Er habe sich im
Dezember nicht freigenommen, sagte er vor Journalisten.
Wie hoch
die Forderung des Handels ist, wollen die Arbeitnehmervertreter vorher
ihren Arbeitgebern mitteilen, und erst dann an die Öffentlichkeit gehen.
Schließlich sei dies ein Akt der gegenseitigen Wertschätzung, so die
GPA-Vertreter.