Die militärische Ausbildungsmission für die Ukraine wurde nun von den Außenministern der Europäischen Union beschlossen.
Sie solle den ukrainischen Streitkräften helfen, ihren "mutigen Kampf" gegen Russland fortzusetzen, erklärte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Montag am Rande des Außenrats in Luxemburg. "Wir unterstützen diese Mission, wir werden auch dafür stimmen, eine Beteiligung ist derzeit aber nicht geplant", betonte Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP).
Tanner schloss aktive Beteiligung Österreichs aus
Auch Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) schloss eine aktive Beteiligung Österreichs sowie eine direkte Involvierung des Österreichischen Bundesheeres in der Ausbildungsmission derzeit aus. Das erklärte ihre Sprecherin am Montag auf APA-Anfrage. "Wir gehen den österreichischen Pfad weiter und unterstützen die Ukraine auch weiterhin im Lichte der Solidarität und europäischer Einigkeit sowie im Rahmen der Neutralität Österreichs." Daher unterstütze Österreich auch das Einsetzen der Mission.
Militärische Ausbildungsmission wurde beschlossen
Für die Zukunft würde er aber nichts ausschließen. Außerdem soll der Einsatz von weiteren 500 Millionen Euro für den Kauf von Waffen und Ausrüstung beschlossen werden. Österreich werde sich aufgrund seiner Neutralität "konstruktiv" enthalten, erklärte Schallenberg. Man werde Kiew jedoch mit nicht-tödlicher Ausrüstung, wie etwa Winterkleidung, unterstützen. Es gebe einen "stetigen Unterstützungsfluss von Österreich in die Ukraine und der wird sicher nicht abreißen", fügte er hinzu.
EU-Länder stocken Militärhilfe für die Ukraine auf
Wie von Borrell vorgeschlagen,
stockten die EU-Länder zudem die Militärhilfe für die Ukraine auf. Nach
seinen Angaben stehen nun insgesamt 3,1 Milliarden Euro zur Verfügung,
rund 500 Millionen Euro mehr als bisher.
Deutschland will 5.000 Soldaten schulen
Die deutsche
Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte zuvor bestätigt, dass
rund 15.000 Soldaten aus der Ukraine auf EU-Gebiet ausgebildet werden
sollen. Deutschland will dem Vernehmen nach rund 5000 Soldaten schulen.
Die EU wolle "die Ukraine bestmöglich bei ihrem Selbstverteidigungsrecht
unterstützen", betonte Baerbock.
Militärische EU- Ausbildungsmission für zwei Jahre angelegt
Die neue "EU Military Assistance
Mission" (EUMAM) Ukraine ist laut Diplomaten der mit Abstand größte
Ausbildungs-Einsatz der EU für ein Drittland. Die Mission ist vorerst
auf zwei Jahre angelegt. Polen stellt demnach das größte Hauptquartier,
ein kleineres soll in Deutschland entstehen.
Kuleba nahm per Videoschaltung an den Beratungen teil
Der ukrainische
Außenminister Dmytro Kuleba nahm per Videoschaltung an den Luxemburger
Beratungen teil. Er sprach nach Borrells Angaben während eines
russischen Angriffs aus einem Bomben-Schutzraum zu seinen EU-Kollegen.
Deutschland wird sich in größerem Umfang an der Mission beteiligen
Die
deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte zuvor
bereits angekündigt, dass sich Deutschland in größerem Umfang an der
Mission beteiligen wird. Es sei wichtig, dass ukrainische Soldaten an
den von Deutschland und anderen Staaten gelieferten "hochkomplexen
Waffensystemen" ausgebildet werden, sagte Lambrecht im
ZDF-"Morgenmagazin". Zuletzt hatte Deutschland das Luftabwehrsystem
Iris-T SLM an die Ukraine geliefert.
50 bis 60 Mio. Kosten für
Militärische Ausbildungsmission
Die Kosten für die Mission werden laut EU-Diplomaten auf 50 bis 60 Millionen Euro jährlich geschätzt. Finanziert wird die EUMAM Ukraine aus der sogenannten EU-Friedensfazilität. Das ist ein von den Mitgliedstaaten direkt finanzierter Fonds außerhalb des EU-Haushalts im Umfang von insgesamt 5,7 Milliarden Euro. Daraus bezahlt die EU auch gemeinsame Waffenkäufe an die Ukraine. Für diesen Zweck sind nun rund drei Milliarden Euro vorgesehen.