Nach der Tirol-Wahl hält Tirols FPÖ-Obmann Markus Abwerzger weiter an dem Ziel fest, Landeshauptmann zu werden.
Dies tut Abwerzger ungeachtet der Tatsache, dass seine Partei in der kommenden Legislaturperiode auf der Oppositionsbank landen wird. "Ich habe den Wunsch, Landeshauptmann zu werden, nicht aufgegeben", sagte Abwerzger am Montag bei einer Pressekonferenz. Das von ihm vor der Landtagswahl ausgerufene "Duell um Tirol" gegen die ÖVP gehe weiter, bei der Wahl im Jahr 2027 wolle man den Abstand weiter verringern.
Abwerzger will Landeshauptmann werden
"Wir haben eine Schlacht verloren, aber nicht den Krieg", hielt Abwerzger fest und verwies gleichzeitig darauf, dass dies selbstverständlich nur politisch gemeint sei. Die Freiheitlichen hatten bei der Wahl am 25. September mehr als drei Prozentpunkte hinzugewonnen und waren erstmals mit 18,84 Prozent auf dem zweiten Platz hinter der ÖVP gelandet. Eine Regierungsbeteiligung bleibt ihnen jedoch verwehrt, weil ÖVP-Landesparteiobmann Anton Mattle nach der Tirol-Wahl eine Koalition mit der FPÖ von vornherein ausgeschlossen hatte.
Nach Tirol-Wahl: Mattle schloss Koalition mit der FPÖ aus
Ein Umstand, der bei Abwerzger
nach wie vor für Kopfschütteln sorgt und Unverständnis auslöst. "Mattle
diskriminiert damit 19 Prozent der Tiroler Wähler. Und zwar wegen rein
persönlicher Animositäten", griff der FPÖ-Obmann den schwarzen Frontmann
scharf an. Gleichzeitig manifestiere der ÖVP-Chef damit den
"Linksrutsch" in der Volkspartei, schließlich hätten wohl auch
inhaltliche und gesellschaftspolitische Vorstellungen eine Rolle
gespielt und komme Mattle mit der Haltung der FPÖ etwa in Sachen Asyl
und Corona nicht klar.
Abwerzger sieht Freiheitliche als bestimmende Kraft in der Opposition
Für die kommende Legislaturperiode sah
Abwerzger, der wieder einstimmig zum Klubobmann gewählt worden war, die
Freiheitlichen als die bestimmende Kraft in der Opposition. Man strebe
mit sieben Mandaten die "Oppositionsführerschaft" an und habe nun
aufgrund eigener Stärke viel mehr Instrumente in der Hand. So könnten
etwa zehn Abgeordnete einen Untersuchungsausschuss beantragen, zusammen
mit der Liste Fritz, die über drei Mandate verfügt, komme man bereits
auf diese Anzahl, erinnerte der FPÖ-Obmann. Auch Sondersitzungen des
Landtages, für die es ebenfalls zehn Mandatare braucht, werde es
zukünftig öfter geben. Mehrmals betonte Abwerzger übrigens vor allem die
gute Zusammenarbeit mit der Liste Fritz.
Landtagssitzung kommende Woche
Eine erste politische
Duftmarke wird die FPÖ bereits bei der konstituierenden Landtagssitzung
kommende Woche setzen. Da werde man Evelyn Achhorner, die wieder zur
stellvertretenden Klubobfrau gewählt wurde, als Kandidatin für die
Landtagsvizepräsidentin ins Rennen schicken. In anderen Bundesländern
sowie im Nationalrat sei es ganz normal, dass das Präsidium nach der
Stärke der Parteien besetzt werde. Dies gehöre endlich auch in Tirol
etabliert, so Abwerzger und Achhorner unisono. Der FPÖ-Chef appellierte
an die wahrscheinliche Koalitionspartei SPÖ, für eine freiheitliche
Kandidatin zu votieren. Schließlich habe diese als ehemals zweitstärkste
Fraktion, und damals in Opposition, mit Elisabeth Blanik ebenfalls eine
Kandidatin nominiert gehabt.
Abwerzger kritisierte Koalitionsverhandler
Kein gutes Haar ließ Abwerzger
einmal mehr an den schwarz-roten Koalitionsverhandlern, die sich gerade
auf der Zielgerade befinden. Mattle und SPÖ-Chef Georg Dornauer würden
wegen ihrer jeweiligen innerparteilichen Schwäche eine
"Schicksalsgemeinschaft" eingehen. Hätte er bei der Wahl so wenig
dazugewonnen wie Dornauer, würde es ihn zudem gar nicht mehr an der
Spitze der Freiheitlichen geben, ließ Abwerzger einen Seitenhieb folgen.
Inhaltlich und personell erwartete er von der neuen Koalition wenig,
deshalb werde man Stand jetzt auch nicht im Landtag für die
Konstellation votieren.
Gehörig Häme ließ der FPÖ-Landesparteiobmann ob so mancher angeblicher Kandidaten für Landesrats-Posten vom Stapel: "Die Position eines Landesrates sollte eigentlich nicht am Beginn einer Berufsausbildung stehen, sondern am Ende".