Am Freitag beraten in Luxemburg die Innenminister der EU-Staaten über die zuletzt deutlich gestiegene Migration über die sogenannte Balkanroute.
Am Freitag berieten die EU-Innenminister über die gestiegene Migration auf der Balkanroute. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hat zuletzt mit Partnern am Westbalkan ein gemeinsames Vorgehen gegen Schlepper und eine konsequente Rückführungspolitik verlangt. Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hatte die EU-Kommission wegen des Anstiegs scharf kritisiert.
Die EU-Innenminister beraten zur hohen Migration über Balkanroute
Karner
betonte vor dem Treffen, der Kampf gegen Schlepper und illegale
Migration müsse "härter und konsequenter" geführt werden.
"Grenzüberschreitende Kriminalität braucht auch grenzüberschreitende
Zusammenarbeit, es ist gut, das wir heute weitere Akzente setzen", sagte
Karner weiter. Es sei notwendig, dass Serbien seine Visa-Politik
ändere, außerdem brauche es einen funktionierenden Außengrenzschutz.
Faeser erwartet von Belgrad eine Anpassung der Visabestimmungen
Auch
seine deutsche Amtskollegin Nancy Faeser erwartet von Belgrad eine
Anpassung der Visabestimmungen an die Europäischen Union. "Ich hoffe,
dass Serbien jetzt schnell handelt", betonte die Sozialdemokratin. Es
sei nicht akzeptabel, dass sich die serbische Visa-Vergabe daran
orientiere, "welche Staaten den Kosovo nicht anerkennen". Serbien wolle
Mitglied der Europäischen Union werden, und es sei klar, "dass dafür
Kriterien gelten, wenn man in die EU eintreten will, und dazu gehört
eben auch eine einheitliche Visa-Praxis".
Inder und Tunesier können ohne Visum nach Serbien einreisen
In Serbien können
derzeit etwa Inder oder Tunesier ohne Visum einreisen. Nach Angaben des
Bundeskanzleramtes hat es in den vergangenen Monaten eine Vervielfachung
von illegalen Einreisen von indischen und tunesischen Staatsbürgern
nach Österreich gegeben. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić hat
Anfang Oktober in Budapest gegenüber Bundeskanzler Nehammer und dem
ungarischen Regierungschef Viktor Orbán eine Anpassung der serbischen
Visaregeln an die Vorgaben der Europäischen Union mit Jahreswechsel
zugesagt.
Frontex: 19.160 illegale Einreisen im September auf Balkanroute
Nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex wurden im
September insgesamt 19.160 irreguläre Einreisen auf der Westbalkanroute
registriert - doppelt so viele wie im Vorjahresmonat. Die Behörde
erklärt die hohe Zahl damit, dass viele Migranten, die sich im
Westbalkan aufhalten, mehrere Anläufe nehmen, um in die EU zu gelangen.
Die meisten Migranten stammten aus Syrien, Afghanistan und der Türkei.
Stationäre Kontrollen an Grenzen wegen steigener Flüchtlingszahlen
Wegen
der steigenden Zahlen haben Österreich, Tschechien und die Slowakei
zuletzt wieder stationäre Kontrollen an ihren Grenzen eingeführt.
Österreich kontrolliert seit September die Grenze zu Slowakei,
zusätzlich zu Ungarn und Slowenien. Deutschland kontrolliert weiter an
der Grenze zu Österreich, jedoch nicht zu Tschechien. Faeser betonte am
Freitag, dass die stationären Grenzkontrollen zu Österreich jederzeit
beendet werden können.
Bei dem Treffen am Freitag soll es zudem um die Situation der Ukraine-Flüchtlinge in der EU gehen sowie um die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf die innere Sicherheit in der Staatengemeinschaft.