Kommenden Dienstag ist der Start für die Kollektivvertragsverhandlungen für die Handelsangestellten. Dabei gibt die GPA ihre Forderung für die Lohn- und Gehaltserhöhung bekannt.
Klar ist für Chefverhandler Martin Müllauer dass es keinen Abschluss unter der Inflation der vergangenen zwölf Monate von 6,9 Prozent geben kann. Neben mehr Geld will die GPA einen Fixbetrag für Lehrlinge von 150 Euro und den leichteren Zugang zur 6. Urlaubswoche.
GPA lehnt Einrechung der Anti-Teuerungs-Pakete ab
Eine Einrechnung der Anti-Teuerungs-Pakete der Bundesregierung lehnt die GPA ab. Diese Forderung haben die Arbeitgeber der Metalltechnischen Industrie bei der laufenden Metaller-Lohnrunde aufgestellt, was auch dort von den Gewerkschaften abgelehnt wird. Schließlich verhandelten die Arbeitnehmer nicht mit der Regierung, sondern mit den Arbeitgebern, so das Argument der Belegschaftsvertreter.
GPA will Lohnforderung bekanntgeben
Dass hohe Lohnabschlüsse die Teuerung
weiter antreiben könnten - worüber sich auch Ökonomen nicht einig sind -
verneint GPA-Kollegin Helga Fichtinger. Denn bekanntlich hätten die
Preise schon kräftig angezogen bevor die Herbstlohnrunde überhaupt
gestartet ist.
Wirtschaftliche Lage ist im Handel sehr unterschiedlich
Dass die wirtschaftliche Lage im Handel - vom
kleinen Textilgeschäft bis zu den großen Handelsketten - sehr
unterschiedlich ist, räumen Fichtinger und Müllauer ein. Doch müsse auch
berücksichtigt werden, dass ein niedriger Lohnabschluss Firmen, die
ohnehin schon in schwerer finanzieller Schieflage sind, auch nicht
retten könne, meinten sie Donnerstagabend im Gespräch mit Journalisten.
Kollektivvertragsverhandlungen für die Handelsangestellte
Ob
ihre Lohnforderung ebenfalls bei den plus 10,6 Prozent liege, die die
Metallergewerkschafter verlangen, wollten die Kollegen vom Handel noch
nicht verraten. Sie stünden aber jedenfalls hinter den Forderungen.
Letztendlich gehe es um Kaufkraft, diese komme auch der Wirtschaft
wieder zugute. Erst recht im Handel, wo die Löhne eher im unteren
Bereich angesiedelt seien. Zum Vergleich: Der Mindest-Bruttolohn im
Handel liegt bei 1.800 Euro brutto, in der Metallindustrie bei 2.090
Euro.
Gewerkschaftsvertreter wenig begeistert von Einmalzahlungen
Wenig begeistert zeigen sich die Gewerkschaftsvertreter von der Möglichkeit von Einmalzahlungen statt höherer prozentueller Lohnsteigerungen, wie sie gerne von den Arbeitgebern ins Spiel gebracht werden. Diese seien nicht nachhaltig und eben nur einmalig.
Chefverhandler der GPA gehe von langen Verhandlungen aus
Die Chefverhandler der GPA gehen heuer von
langen Verhandlungen aus, er habe sich im Dezember nicht freigenommen,
meinte Müllauer. Im Gegensatz zu den Metallern wolle man die Lohn- und
Gehaltsforderung kommenden Dienstag der Öffentlichkeit erst nach den
Arbeitgebern präsentieren, und danach sofort mit den Verhandlungen
starten. Einen Tag zuvor, am Montag, gehen die Metaller in die zweite
KV-Runde. Sie haben bei einem Scheitern bereits Betriebsversammlungen
angekündigt.
Im Handel sind laut dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger 549.000 Personen unselbstständig beschäftigt, fast jeder Dritte davon arbeitet im Lebensmittelhandel. Die Teilzeitquote beträgt laut Statistik Austria 37 Prozent, während sie über alle Branchen hinweg bei 28 Prozent liegt.