Im Nationalrat gab es am Donnerstag kaum Gegenwind bei der Stromkostenbremse. Nur die NEOS lehnten das Modell ab.
Die Stromkostenbremse hat am Nachmittag problemlos den Nationalrat passiert. Denn neben der Koalition gaben auch SPÖ und FPÖ ihre Zustimmung. Einzig die NEOS lehnten das Modell mangels Treffsicherheit ab. Im Wesentlichen sieht die Bremse vor, dass Strom bis zu 80 Prozent des Durchschnittsverbrauchs staatlich subventioniert wird.
Stromkostenbremse passierte Nationalrat
Das heißt,
bis zu einem Verbrauch von 2.900 kWh Strom pro Jahr wird der Preis vom
Bund gestützt. Der entsprechende Zuschuss kommt, wenn der untere
Schwellenwert von 10 Cent/kWh überstiegen wird. Jener Preisanteil, der
darüber liegt, soll bis zu einem oberen Schwellenwert von 40 Cent/kWh
gefördert werden. In einem weiteren Schritt ist laut
Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) vorgesehen, dass
Haushalte mit mehr als drei Personen ein Zusatzkontingent erhalten.
Ferner sollen einkommensschwache Haushalte zusätzlich zum Stromkostenzuschuss einen Netzkostenzuschuss in der Höhe von 75 Prozent erhalten, wobei die jährliche Höhe mit 200 Euro begrenzt ist. Anspruchsberechtigt sollen jene Haushalte sein, die auch von der GIS-Gebühr befreit sind.
Maßnahme wegen Teuerung bei Strompreisen nötig
Grünen-Umweltsprecher
Lukas Hammer argumentierte die kostspielige Hilfe damit, dass die
Strompreise verrückt gespielt hätten. Daher habe man entschlossen und
schnell handeln müssen. Wichtig sei ihr gewesen, dass die Zuwendung ohne
Antrag komme, damit sie schnell umgesetzt werden könne, meinte
Gewessler. Wirtschaftsbund-Generalsekretär Kurt Egger würdigte
folgerichtig, dass die Maßnahme nicht nur treffsicher und sozial gerecht
sondern auch unbürokratisch gestaltet sei.
Im Wesentlichen nichts auszusetzen hatte die SPÖ. Doch nahm man die Debatte zum Anlass, in Person von Energiesprecher Alois Schroll einmal mehr einen Gaspreis-Deckel zu fordern. Die Freiheitlichen hätten gerne weitergehende Maßnahmen gehabt. So sprach sich der Abgeordnete Erwin Angerer dafür aus, Behinderte, die auf stromintensive Assistenz angewiesen sind, stärker zu entlasten. Integriert werden müssten auch Haushalte, die über keinen gesonderten Stromliefervertrag verfügen.
NEOS lehnten Modell mangels Treffsicherheit ab
Ablehnung
kam von NEOS-Mandatarin Karin Doppelbauer, die sich die Bremse nur für
Einkommensschwache gewünscht hätte. Die jetzige Regelung rege nicht zum
Sparen an, sei teuer und vollkommen ineffizient. Dabei bezog sie sich
auch auf das Faktum, dass der Strom selbst in Nebenwohnsitzen
subventioniert werde.