Am Mittwoch wurde das Budget 2023 im Ministerrat beschlossen und dem Nationalrat übermittelt. Dabei ergab sich ein Minus von 17 Mrd. Euro.
Das Budget 2023 ist am Mittwoch im Ministerrat beschlossen und dem Nationalrat übermittelt worden. Das Maastricht-Defizit wird kommendes Jahr bei 2,9 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen und soll bis 2026 auf 1,6 Prozent sinken. Die Schulden steigen auf 367 Mrd. Euro, der Anteil am Bruttoinlandsprodukt sinkt aber leicht von 78,3 auf 76,7 Prozent. Bemerkenswert sind die explodierenden Zinszahlungen, diese verdoppeln sich von 4,3 auf fast neun Mrd. Euro im Jahr 2023.
Mehrkosten beim Zinsdienst von elf Mrd.
Bis
2026 ergeben sich aus heutiger Sicht Mehrkosten beim Zinsdienst von
beachtlichen elf Mrd. Euro. Das ist doppelt so viel wie in die
Sicherheit oder in die ökologische Transformation der Industrie
investiert wird. Die Schuldenquote sinkt zwar gemessen am BIP bis 2026
auf 72,5 Prozent, in absoluten Zahlen wächst aber der Schuldenberg auf
fast 400 Mrd. Euro an.
Minus von 17 Mrd. Euro beim Budget 2023
Der administrative Nettofinanzierungssaldo
des Bundes beläuft sich 2023 auf minus 17 Mrd. Euro, gegenüber 2022 ist
das eine Verbesserung von 6,1 Mrd. Euro. Die Auszahlungen steigen
gegenüber 2022 um 7,6 auf 115,1 Mrd. Euro, die Einzahlungen um 13,7 auf
98,1 Mrd. Euro.
Magnus Brunner definiert drei Schwerpunkte für das Budget
Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) hat für sein
erstes Budget drei Schwerpunkte definiert: neben der Krisenbewältigung
sind es inhaltliche Schwerpunkte mit Blick auf die Zukunft. Die
Regierung investiert einerseits in Sicherheit, militärische wie soziale
und wirtschaftliche und anderseits wird die ökologische Transformation
der Wirtschaft mit viel Geld gefördert, um Abhängigkeiten zu reduzieren.
Budget mit vielen Unsicherheiten behaftet
Angesichts
der schwierigen wirtschaftlichen Lage und des immer weiter
eskalierenden Krieges in der Ukraine ist das Budget mit vielen
Unsicherheiten behaftet. Brunner sprach am Vorabend seiner Budgetrede
von einer "volatilen Lage". Sein Ressort habe zur Erstellung des Budgets
die aktuellen Wirtschaftsprognosen herangezogen, ob diese halten
werden, wisse man aber nicht. Das Budget setze trotz Krise aber auch
Schwerpunkte für die Zukunft, so Brunner.
Schwerpunkte setzen sei wichtig
Er sei jetzt nicht in
der Situation über ein Nulldefizit zu reden, "aber wir können
Schwerpunkte setzen", die Kaufkraft stärken und Unternehmen und Menschen
bestmöglich durch die Krise bringen. Das Budget 2023 sei kein reines
Krisenbudget. Die Regierung nehme viel Geld in die Hand, um die
Industrie bei ihrer ökologischen Transformation zu unterstützen und sie
investiere in die Sicherheit, in die militärische wie auch die
wirtschaftliche sowie in die Versorgungssicherheit, so Brunner. Die
wirtschaftliche Transformation wird im kommenden Jahr mit 863 Mio. Euro
gefördert, bis 2026 sind es insgesamt fünf Mrd. Euro.
Budget: Bundesheer bekommt fünf Mrd. Euro mehr
Auch das
Bundesheer bekommt bis 2026 fünf Mrd. Euro mehr. Kommendes Jahr sind es
680 Mio. Euro zusätzlich, das entspricht einer Steigerung von derzeit
2,64 Mrd. (0,6 Prozent des BIP) auf 3,32 Mrd. Euro (0,7 Prozent des
BIP). 2024 steigt das Heeresbudget auf 3,7 Mrd., 2025 sind es 4,2 Mrd.
und 2026 4,7 Mrd. Euro.
Abschaffung der Kalten Progression
Die Abschaffung der Kalten Progression
kostet den Staat im kommenden Jahr 1,5 Mrd. Euro. Die Umsetzung der im
Mai 2022 präsentierten Pflegereform beläuft sich auf 0,8 Mrd. Euro im
Jahr 2023 und in Summe auf 1,7 Mrd. Euro bis 2026. Die automatische
Valorisierung der Sozialleistungen macht 2023 363 Mio. Euro aus, bis
2026 sind es 1,3 Mrd. Euro. Und alleine für die Pensionen sind im
kommenden Jahr 2,7 Mrd. Euro mehr budgetiert. Für 2024 sind für
Fremdenwesen und Asyl fast 500 Mio. Euro Mehrkosten vorgesehen.
Auszahlungen für Corona-Krisenbewältigung gehen zurück
Dafür
gehen die Auszahlungen für die Covid-19-Krisenbewältigung gehen
deutlich zurück und sinken von 6,6 (2022) auf 2,7 Mrd. im kommenden
Jahr.
Justiz bekommt 220 Mio. Euro mehr
Die Justiz bekommt rund 220 Mio. Euro mehr, damit sollen unter anderem 120 zusätzliche Planstellen für Staatsanwälte, Richter und IT-Experten im Bereich Cybercrime finanziert werden. Die Mittel für den Rechnungshof steigen um 4,8 Mio. Euro auf 42,2 Mio. Euro. Damit sollen auch die zusätzlichen Aufgaben im Zusammenhang mit dem Parteiengesetz finanziert werden.