Am Mittwoch legt Finanzminister Magnus Brunner sein erstes Budget vor. Vienna.at zeigt die Pressekonferenz im Live-Stream ab 09:55 Uhr.
Dieses ist von hohen Zinszahlungen, Krisenbewältigung, der Inflation und vielen Unsicherheiten geprägt. Brunner sprach am Vorabend seiner Budgetrede von einer "volatilen Lage". Sein Ressort habe zur Erstellung des Budgets die aktuellen Wirtschaftsprognosen herangezogen, ob diese halten werden, wisse man aber nicht. Das Budget setze trotz Krise aber auch Schwerpunkte für die Zukunft, so Brunner.
"Erste Lesung" folgt am Donnerstag
Die dazu gehörige "Erste Lesung", in der die Fraktionen des Nationalrats ihre Einschätzung über den Haushaltsentwurf abgeben, folgt allerdings erst am Donnerstag. Die Mittwoch-Sitzung nützt der Nationalrat indes zu diversen größeren Beschlüssen. Dazu zählen die Abschaffung der "kalten Progression" sowie die Pensionserhöhung.
Budgetrede von Finanzminister Brunner im Live-Stream
Er sei
jetzt nicht in der Situation über ein Nulldefizit zu reden, "aber wir
können Schwerpunkte setzen", die Kaufkraft stärken und Unternehmen und
Menschen bestmöglich durch die Krise bringen. Das Budget 2023 sei kein
reines Krisenbudget. Die Regierung nehme viel Geld in die Hand, um die
Industrie bei ihrer ökologischen Transformation zu unterstützen und sie
investiere in die Sicherheit, in die militärische wie auch die
wirtschaftliche sowie in die Versorgungssicherheit, so Brunner.
Flexibilität wurde beibehalten
Und
man habe sich eine gewisse Flexibilität behalten: "Wir haben jeden
Puffer, der rechtlich möglich war, genutzt." Das Finanzressort habe
Ermächtigungen im Energiebereich vorgesehen und zwar mehr als sechs Mrd.
Euro für Gaseinkauf und Versorgungssicherheit, sagte Brunner.
Wirtschaftsstagnation als "große Herausforderung"
Die
prognostizierte Wirtschaftsstagnation bei 0,2 Prozent Wachstum sei eine
"große Herausforderung", das heurige Wachstum von 4,5 Prozent "hilft
uns aber in der Bewältigung der Krise". Eine große Herausforderung seien
auch die steigenden Zinsen, die Österreich für seine Anleihen zahlen
muss. "Das ist schwierig, das macht die Budgetsituation nicht leichter,
mittelfristig müssen wir zu nachhaltigen Budgets zurückkehren, nicht nur
national, sondern auch auf EU-Ebene". Das sei dringend geboten, sagte
der Finanzminister. "Das Steuergeld muss wieder mehr geschätzt werden.
Hier haben sich die Dimensionen in den vergangen Jahren verschoben."
Aktuelle Krise: Gebot um den Menschen zu helfen
In
der aktuellen Krise sei es aber ein Gebot der Stunde, den Menschen zu
helfen. "Das tun wir ganz intensiv mit verschiedenen Paketen, kurz und
langfristig durch die Abschaffung der Kalten Progression und die
automatische Valorisierung von Sozialleistungen."
Wichtigste Budget-Zahlen wurden bereits medial ventiliert
Die wichtigsten Budget-Zahlen wurden in den vergangen Tagen bereits medial ventiliert. Der administrative Nettofinanzierungssaldo des Bundes beläuft sich auf minus 17 Mrd. Euro. Die Auszahlungen steigen gegenüber 2022 um 7,6 auf 115,1 Mrd. Euro, die Einzahlungen um 13,7 auf 98,1 Mrd. Euro. Demnach wird das Maastricht-Defizit kommendes Jahr bei knapp drei Prozent der Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt/BIP) liegen und soll bis 2026 auf 1,6 Prozent sinken. Die Schulden steigen auf 367 Mrd. Euro, der Anteil am Bruttoinlandsprodukt sinkt aber leicht von 78,3 auf 76,7 Prozent. Der Zinsaufwand verdoppelt sich von 4,3 auf fast neun Mrd. Euro im Jahr 2023.
Eckdaten des Budgets werden erst am Tag der Budgetrede bekanntgegeben
Die genauen Eckdaten des Budgets werden wie immer erst am Tag der Budgetrede bekannt gegeben. Es deutet sich aber an, dass das Defizit mit rund drei Prozent des BIP gerade noch im Rahmen der Maastricht-Kriterien bleiben soll. Stark ansteigen werden die Zinsbelastungen.
Abschaffung der "kalten Progression"
Eingeschränkt wird der fiskalische Spielraum auch
durch die Abschaffung der "kalten Progression", durch die jährlich die
einzelnen Steuerstufen an die Inflation angepasst werden. Dazu kommt,
dass diverse Sozial- und Familienleistungen wie Kindergeld und
Familienbeihilfe künftig ebenfalls automatisch valorisiert werden. Für
die Senioren gibt es mit Ausnahme der so genannten Luxuspensionisten
eine Erhöhung von zumindest 5,8 Prozent. Durch Einmalzahlungen werden
Bezieher niedriger Renten noch deutlich mehr lukrieren.
Strompreisbremse erst am Donnerstag beschlossen
Während die Strompreisbremse für die Haushalte erst am Donnerstag beschlossen wird, sind die Unternehmen mit der Subventionierung ihrer Energiekosten bereits am Mittwoch an der Reihe. Aus der Beschlussreihe zur Coronakrise kommt das Comeback der Sonderbetreuungszeit zur Abstimmung. Keine Chance auf Zustimmung hat ein FPÖ-Antrag auf Volksbefragung zu den Sanktionen gegen Russland wegen dessen Aggression in der Ukraine.