Am Mittwoch legte Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) sein erstes Budget vor. Dabei zeigt sich, dass der Haushalt durch hohe Schulden und gestiegene Zinsen stark belastet ist.
Das Budget wird einerseits stark von hohen Schulden, die in den vergangenen Pandemiejahren durch die großzügigen angehäuft wurden, und den stark gestiegenen Zinsen belastet. Hinzu kommen milliardenschwere Antiteuerungspakete, die enorme Inflation und ein stagnierendes Wirtschaftswachstum. Das alles wird im Haushalt 2023 zu spüren sein, zeigen der APA vorliegende Unterlagen.
Hohe Schulden und Zinsen belasten den Budget-Haushalt 2023
Das Maastricht-Defizit wird kommendes Jahr bei knapp drei Prozent der Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt/BIP) liegen und soll bis 2026 auf 1,6 Prozent sinken. Die Schulden steigen auf 367 Mrd. Euro, der Anteil am Bruttoinlandsprodukt sinkt aber leicht von 78,3 auf 76,7 Prozent. Der Zinsaufwand steigt von 4,3 auf fast neun Mrd. Euro im Jahr 2023. Die langen Jahre der billigen Schulden sind damit vorbei. Das Budget Österreichs wird durch diese Entwicklungen weiter belastet.
Kosten für Österreichs Schulden durch Zinsanhebung massiv erhöht
Durch
Zinsanhebungen der EZB im Kampf gegen die Inflation haben sich die
Kosten für Österreichs Schulden bereits heuer massiv erhöht. Im Jänner
hat Österreich 0,09 Prozent für zehnjährige Anleihen bezahlt, aktuell
steht man bei 2,68 Prozent. Von Jänner bis August 2021 hat der Bund für
seine Schulden 1,9 Milliarden Euro Zinsen gezahlt, im Vergleichszeitraum
des aktuellen Jahres stiegen die Auszahlungen des Bundes für den
sogenannten Zinsdienst auf 3,9 Milliarden Euro. Das entspricht einer
Steigerung von über 100 Prozent.
Ziel des Finanzministers sei es, die Schulden zu reduzieren
Dabei hat der Finanzminister das Ziel ausgegeben, die Schulden zu reduzieren und in den kommenden Jahren die Schuldenquote wieder in Richtung 70 Prozent des BIP zu bewegen. Das sei notwendig, denn der Ausblick für Österreich werde kritischer gesehen und "das erhöht die Kosten für unsere Schulden", sagte Brunner jüngst zum Budget.
Wegen vieler Krisen ist das Budget mit viel Unsicherheit behaftet
Angesichts
der schwierigen wirtschaftlichen Lage und des immer weiter
eskalierenden Krieges in der Ukraine ist das Budget mit vielen
Unsicherheiten behaftet. Die Inflation wird nicht nur 2023 hoch bleiben
und die Wirtschaftsaussichten sind getrübt. Großer Unsicherheitsfaktor
ist die Entwicklung der Energiepreise. Manche Experten glauben, dass der
von der Regierung beschlossene Energiekostenzuschuss für Unternehmen
bei weitem nicht reichen werde und ein Preisdeckel notwendig sei. Mit
dem Unternehmens-Energiekostenzuschuss-Gesetz werden energieintensive
Unternehmen mit insgesamt 1,3 Mrd. Euro gefördert. Betriebe, deren
Energiekosten mindestens 3 Prozent ihres Umsatzes betragen, können den
Zuschuss ab Mitte November beantragen - das Geld soll noch heuer
fließen. Gefördert wird nur, wer auf Heizschwammerln und
Geschäftsbeleuchtung in der Nacht verzichtet.
Kritiker werfen der Regierung zu wenig Taten gegen die Inflation vor
Kritiker werfen der
Regierung vor, dass sie insgesamt zu wenig tue, um die Inflation zu
bremsen und zu sehr nur auf Entlastungsmaßnahmen setze. So kostet 2023
alleine die Abschaffung der Kalten Progression den Staat 1,5 Mrd. Euro.
Gleichzeitig schlägt sich die Inflation in allen Budget-Bereichen
nieder: Bei den Gehältern der Bundesbediensteten, bei den Pensionen,
beim Sachaufwand und bei allen Beschaffungen. So stöhnen etwa Schulen
und Universitäten jetzt schon über die massiven Heizkosten und verlangen
mehr Mittel. Alleine für die Pensionen sind im kommenden Jahr 2,7 Mrd.
Euro mehr budgetiert, die Pflegereform schlägt mit 0,8 Mrd. zu Buche und
2024 sind für Fremdenwesen und Asyl fast 500 Mio. Euro mehr budgetiert.
Innenministerium bekommt laut Budget 400 Mio. Euro mehr
Auch
das Innenministerium bekommt 400 Mio. Euro mehr, ein Teil davon soll in
Stärkung der Resilienz und Krisenvorsorge sowie Cybersicherheit
investiert werden. Mehr als die Hälfte geht aber dem Vernehmen nach für
die Abgeltung der Inflation drauf, sprich für die Gehälter der
Polizisten und sonstigen Angestellten.
Mehr Geld gibt es laut Budget auch für Österreichs Bundesheer
Mehr Geld gibt es - laut Budget - angesichts des Ukraine-Krieges fix für das Bundesheer. Kommendes Jahr sind es 680 Mio. Euro zusätzlich, das entspricht einer Steigerung von derzeit 2,64 Mrd. (0,6 Prozent des BIP) auf 3,32 Mrd. Euro (0,7 Prozent des BIP). Aber auch hier schlägt die Inflation durch: 100 Mio. davon werden für die Abgeltung dieser benötigt. 2024 steigt das Budget auf 3,7 Mrd., 2025 sind es 4,2 Mrd. und 2026 4,7 Mrd. Euro. In Summe sind es fünf Mrd. Euro bis 2026. Das Geld soll in den persönlichen Schutz der Soldaten, Mobilität, die Panzerflotte und die Luftabwehr investiert werden.