Kommende Woche bietet der Nationalrat ein ungewöhnlich starkes Oktoberprogramm mit den Themen Budgetrede, Progression und Pensionen.
Nicht nur schreitet Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) zu seiner ersten Budgetrede, es werden auch etliche bedeutende Gesetze beschlossen. Langfristig wirkt die Abschaffung der "kalten Progression", zumindest kurzfristig sollen Zuschüsse an Haushalte und Unternehmen die hohen Energiepreise lindern. Der Teuerung geschuldet ist auch ein kräftiges Pensionsplus.
Budgetrede, Progression und Pensionen
Im Vorjahr hatte noch Gernot Blümel (ÖVP) die Budgetrede geschwungen, wenig später war er Polit-Geschichte und Magnus Brunner kletterte vom Staatssekretariat im Klimaschutzressort an die Spitze des Finanzministeriums. Leichter geworden ist es für ihn nicht. Zwar sind die Corona-Kosten geschrumpft, doch lassen die diversen Teuerungshilfen erneut ein spürbares Defizit erwarten. Wie hoch es ausfällt, wird man erst am Mittwoch wissen. Denn nach dem Beschluss im Ministerrat am frühen Morgen geht es direkt ins Parlament.
Starke Themen im Nationalrat kommende Woche
Es wäre zwar
überraschend, würden vor allem die Oppositionsfraktionen nicht sofort
etwas zum Haushaltsentwurf zu sagen haben, doch offiziell ist die "Erste
Lesung", also die erste Aussprache zum Budget, erst für den zweiten
Sitzungstag, den Donnerstag, vorgesehen. Danach geht das Budget in die
Ausschüsse, beschlossen wird es im November vom Nationalrat.
Finanzthemen in der Plenarwoche
Finanzthemen
gibt es in der Plenarwoche auch sonst zuhauf. So wird etwa das
langjährige Reizthema "kalte Progression" abgeschlossen. Derzeit ist es
so, dass Lohnerhöhungen dazu führen können, dass man in eine höhere
Steuerklasse fällt und am Ende real gar nicht mehr Geld hat als davor.
Dieser Effekt wird nun bekämpft, indem die Steuerstufen jedes Jahr an
die jeweilige Teuerung angepasst werden - allerdings nur zu zwei
Drittel. Was die Regierung mit den übrig gebliebenen Mehreinnahmen
macht, bleibt ihr überlassen, fürs erste einmal niedrige
Einkommenssteuer-Zahler überdurchschnittlich entlasten.
Familien- und Sozialleistungen werden jährlich automatisch valorisiert
Auch gut
am Bankkonto macht sich, dass in Zukunft weitere Familien- und
Sozialleistungen jährlich automatisch valorisiert werden. Dazu zählen
etwa Familienbeihilfe, das Kinderbetreuungsgeld und die Studienbeihilfe.
Teuerung als Thema im Nationalrat
Gegen
die Teuerung geholfen wird vom Nationalrat auch auf anderen Ebenen. Das
beginnt schon bei den Pensionen, die nicht nur um die gesetzlich
vorgeschriebenen 5,8 Prozent angehoben werden, sondern auch mit einer
Einmalzahlung im Herbst aufgefettet werden, die vor allem kleine und
mittlere Bezüge bevorzugt. Die so genannte Ausgleichszulage, de facto
die Mindestpension, wird sogar um rund zehn Prozent angehoben.
Energiepreise werden im Nationalrat besprochen
Um
das Thema Energiepreise kommt die Politik aktuell auch nicht herum. So
wird bis Mitte 2024 80 Prozent des Durchschnittsverbrauchs eines
Haushalts gesponsert. Bis zu dieser Grenze ist nur der Vorkrisen-Preis
zu berappen. Auch Unternehmen werden bedacht. Das Budget für den
Energiekostenzuschuss wird von 450 Mio. auf 1,3 Mrd. Euro aufgestockt.
Unterstützt werden energiesparwillige Betriebe, die mindestens drei
Prozent ihres Umsatzes für Strom, Gas und Treibstoffe ausgeben.
Neue oö Tu wird thematisiert
Auch
ums Geld geht es bei der Bund/Länder-Vereinbarung über die neue
oberösterreichische TU. 50 Prozent der Errichtungskosten muss das Land
beisteuern, den Rest der Bund, der auch die laufenden Kosten tragen
wird. Dem Pflegemangel will man gesetzlich unter anderem mit neuen
dreijährigen Fachschulen für Sozialberufe mit Pflegevorbereitung sowie
der Einrichtung Höherer Lehranstalten für Pflege und Sozialbetreuung mit
einschlägigen Pflichtpraktika begegnen.
Sonderbetreuungszeit bei corona-positiven Kindern
Ein wenig Corona gibt es auch noch. Die Sonderbetreuungszeit, wenn Kinder wegen einer Covid-Erkrankung nicht Kindergarten oder Schule besuchen können, kehrt bis Jahresende zurück. So gut wie keine Chancen auf Annahme haben freiheitliche Anträge, Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) das Misstrauen auszusprechen, und die Russland-Sanktionen einer Volksbefragung zu unterziehen.