Gewerkschaft und Arbeitgeber haben am Freitag eine rasche Umsetzung des Pflegebonus bzw. Pflegezuschuss für die Mitarbeiter in diesem Bereich gefordert. GPA und vida verlangten diesen steuerfrei auszubezahlen.
"Alle zuständigen Stellen bestätigen uns, dass die Blockadehaltung des Finanzministeriums das Problem ist. Herr Minister, ist das Ihre Wertschätzung gegenüber der Pflege?", fragte Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, in einer Aussendung. Sie erinnerte zudem an das Versprechen, dass die Pflegekräfte noch heuer vom Pflegezuschuss profitieren sollen.
Steuerfreiheit für Pflegebonus gefordert
Roman Hebenstreit,, Vorsizender der vida, ergänzte: "Es kann nicht sein, dass die Politik über die Steuereinnahmen Hauptprofiteur der eigenen Reform ist, während Anti-Teuerungs-Prämien steuerfrei sind. Damit Pflegekräfte nicht schlechter aussteigen als Beschäftigte anderer Branchen, die Anti-Teuerungs-Boni steuerfrei ausbezahlt bekommen können, fordern wir Steuerfreiheit für den Pflegezuschuss."
Interessensverband der Arbeitgeberverbände sieht Bund und Länder gefordert
Auch der
Interessensverband der Arbeitgeberverbände der freien Wohlfahrt (IAFW),
bestehend aus Caritas, Diakonie, Rotem Kreuz und der Sozialwirtschaft
Österreich (SWÖ), forderte eine rasche Umsetzung. "Wir hoffen, dass die
Politik Wort hält und dass über hunderttausend Beschäftigte im
Pflegebereich noch heuer
den Gehaltsbonus erhalten, der ihnen versprochen wurde. Allein: Die
Zeit für eine fristgerechte Umsetzung wird langsam knapp", betonte
Alexander Bodmann, Caritasdirektor der Erzdiözese Wien und derzeit
turnusmäßig Vorsitzender des IAFW.
Zwar hätten Bund und Länder bei einer Tagung der Soziallandesreferenten bereits im September Eckpunkte zur Umsetzung der Pflegereform und zur Auszahlung des Gehaltsbonus fixiert, "doch derzeit ist die Umsetzung der Beschlüsse noch offen", so Bodmann. Unklar sei vor allem auch, wie hoch dieser Bonus nun tatsächlich ausfallen soll", so Robert Schütz von der Diakonie.
Forderung nach möglichst einfacher Abwicklung
Für Peter Kaiser vom Roten Kreuz ist klar: "Wenn das Gehaltsplus wie ursprünglich angekündigt in etwa einem zusätzlichen Monatsgehalt entsprechen soll, wird es notwendig sein, den Bonus ähnlich der Teuerungsprämie, steuer- und abgabenfrei auszubezahlen und damit auch eine möglichst einfache Abwicklung sicherzustellen." Dazu müssten die rechtlichen Rahmenbedingungen ehebaldigst stehen.