Am Dienstag luden Justizministerin Alma Zadic (Grüne) und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP), Interessensvertretungen, NGOs und Experten zu einem Runden Tisch zum EU-Lieferkettengesetz ein.
Justizministerin Alma Zadic (Grüne) und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) luden zu einem Runden Tisch ein, um über das geplante EU-Lieferkettengesetz zu sprechen. Diskutiert wurden Sichtweisen und Lösungen zu den Themen Anwendungsbereich, etablierte Geschäftsbeziehungen oder zivilrechtlicher Haftung, teilte das Justizministerium mit.
EU-Lieferkettengesetz: Ministerium lud zu Rundem Tisch
Ein zweiter Gesprächstermin soll am 19. Oktober im Arbeits- und Wirtschaftsministerium stattfinden. Mit am Tisch sitzen unter anderem die Volksanwaltschaft, die Arbeiterkammer (AK), die Wirtschaftskammer (WKÖ), die Industriellenvereinigung (IV), der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), sowie Vertreterinnen und Vertreter von NGOs und Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft und den zuständigen Ministerien.
"Menschenrechtsverletzungen müssen wirksam verfolgt werden"
"Menschenrechtsverletzungen und Umweltverbrechen
müssen wirksam verfolgt werden, unabhängig davon an welcher Station der
globalen Lieferkette sie stattfinden. Das Recht hinkt unserer
globalisierten Welt hier aktuell noch hinterher", sagte die
Justizministerin laut Aussendung und betonte ihr Anliegen, alle
relevanten Interessensvertretungen umfassend in den Verhandlungsverlauf
auf EU-Ebene einzubinden.
EU-Lieferkettengesetz als Grundstein für gleichen Handel
Laut Wirtschaftsminister legt das
EU-Lieferkettengesetz "den Grundstein, um gleiche Handelsvoraussetzungen
für alle Unternehmen in Europa zu gewährleisten". Wichtig sei es dabei
allerdings, Betriebe nicht vor "überbordende administrative Hindernisse"
zu stellen, so Kocher.
Vorschlag der EU-Kommission zu EU-Lieferkettengesetz im Februar
Die EU-Kommission hat im Februar 2022
einen Vorschlag für ein EU-Lieferkettengesetz vorgelegt. Darin heißt es,
dass in der EU tätige Firmen zukünftig verpflichtend sicherstellen
sollen, dass ihre weltweiten Lieferanten unter anderem keine Sklaven-
oder Kinderarbeit dulden und Umweltstandards einhalten. Zudem sollen
Managerinnen und Manager Geschäftsmodell und Strategie ihres
Unternehmens so ausrichten, dass das Ziel, die globale Erderwärmung auf
1,5 Grad zu begrenzen, erreicht wird. Geplant sind Regelungen, die dann
für etwa 13.000 Firmen in der EU gelten würden.