Für weitere Sanktionen gegen Russland haben sich Europaabgeordnete ausgesprochen. Auch weitere Schritte zur Reduktion der Energieabhängikeit von Moskau wurde gefordert.
Der in dieser Woche stattfindende erste Gipfel der "Europäischen Politischen Gemeinschaft" sei ein wichtiges Signal der Geschlossenheit Europas, dürfe aber nicht zu Verzögerungen für die Balkanstaaten führen, sagte der ÖVP-Abgeordnete Lukas Mandl. Diese dürften nicht denselben Status wie Armenien und Aserbaidschan haben.
EU-Abgeordnete sprechen sich für weitere Russland-Sanktionen aus
Nach dem Treffen der EU-Energieminister und ersten beschlossenen Maßnahmen gegen die hohen Strompreise verlangte die ÖVP-Delegationsleiterin Angelika Winzig weitere Schritte. Sie nannte einfachere Genehmigungsverfahren für Windparks und Vorschläge der EU-Kommission zur Änderung des Modells der Strom-Preisbildung (Merit Order). Ein gemeinsamer Energieeinkauf der EU-Staaten wäre wichtig, viele Länder seien aber durch langfristige Verträge gebunden. Ein Preisdeckel für Gasimporte wäre nur durch Sicherheiten der EU für norwegische Gaslieferungen möglich, da Österreich noch immer von russischem Gas abhängig sei, sagte Winzig.
Weiteres EU-Sanktionspaket gegen Russland derzeit in Arbeit
Für das derzeit in Arbeit befindliche achte EU-Sanktionspaket gegen Russland erwartet Mandl ein Verbot für EU-Bürger, in russischen Leitungsgremien tätig zu sein sowie weitere Exportbeschränkungen, etwa für Technologie.
Schieder: EU-Maßnahmen bei Energiepreisen reichen nicht aus
SPÖ-Delegationsleiter
Andreas Schieder betonte ebenfalls, die von den EU-Energieministern
beschlossenen Maßnahmen reichten nicht aus. Er verlangte einen
Preisdeckel für Konsumenten und regte eine staatliche bzw. europaweite
Preisregulierung für Energie an. Den ersten Gipfel der "Europäischen
Politischen Gemeinschaft" am Donnerstag in Prag begrüßte Schieder als
Zeichen der europäischen Einheit. Er forderte aber auch ein Signal für
die Balkanstaaten.
Vana warnte vor Sozialkrise durch Teuerung in Europa
Die grüne Delegationsleiterin Monika Vana
warnte, dass Europa zunehmend auf eine Sozialkrise im Gefolge der
Teuerung zusteuere. Die Grünen forderten daher ein europaweites
Mindesteinkommen, welches über 60 Prozent des Medianeinkommens liegen
müsse. Auch eine Reform des Stabilitäts- und Wachstumspaktes sei nötig,
Vana verlangte diesbezüglich mehr Ausnahmen für Investitionen. Die EU
werde 3,5 Milliarden Euro zur Flüchtlingshilfe aus dem Programm "FAST
CARE" für die Ukraine auf 2022/2023 vorziehen, sagte Vana.
Österreich eines der am stärksten von russischer Energie Abhängigen
Österreich
zähle noch immer zu den am stärksten von Russland Energie-abhängigen
Ländern, sagte die NEOS-Europaabgeordnete Claudia Gamon. Damit sei
Österreich auch eine "außenpolitische Schwachstelle in der EU". Sollte
Deutschland den Gaspreis deckeln, werde sich auch Österreich dieser
Maßnahme nicht entziehen können.