Seit dem 1. Oktober 2023 fließt kein russisches Gas durch Österreich nach Italien. Der Gastransit ist abhängig von der Einigung über eine Sicherheitsleistung.
Grund dafür sind Regeländerungen in Österreich, die mit diesem Datum in Kraft getreten sind und die für den Gastransit eine Sicherheitsleistung vorschreiben. Konkret geht es um 20 Mio. Euro, wie der Chef des italienischen Gasimporteurs Eni, Claudio Descalzi, am Montag bekanntgegeben hat. Er versprach, dass Eni diese Kaution übernehmen werde. Daher sollte das Problem in Kürze behoben sein.
Aus Sicht der heimischen E-Control sind die 20 Mio. Euro Kaution sogar eher eine Obergrenze des fälligen Betrages. Man müsse diese Summe auch in Relation zum Gesamtvolumen stellen. Zwar sind heuer die Gaslieferungen aus Russland nach Italien drastisch gefallen, aber vor der Krise wurden noch jährlich 270 TWh Gas nach Italien durchgeleitet - das würde der dreifachen Menge des österreichischen Jahresbedarfs entsprechen und mit heutigen Gaspreisen einige Billionen Euro kosten.
Auch
könnte aus österreichischer Sicht schon jetzt wieder russisches Gas
nach Italien fließen, denn die nötige Kaution sei bereits bei der
österreichischen Clearingstelle hinterlegt, hieß es am Dienstag auf
APA-Anfrage. Allerdings dürfte es zwischen dem Lieferanten Gazprom und
dem Importeur Eni noch offene Fragen geben. Bisher wurde kein
Gazprom-Gas für die Durchleitung angemeldet.
Die über 100 anderen Gesellschaften, die Gas durch Österreich leiten, hätten rechtzeitig bis 1. Oktober ihre Sicherheiten hinterlegt, so die E-Control. Die nötigen Beträge waren allerdings deutlich niedriger, da Gazprom der größte Nutzer der Pipelines ist. Grundsätzlich sind die Sicherheiten nötig, da zeitweise Gasimporteure mehr Gas aus dem System abrufen als ihr Lieferant beisteuert. Diese Mengen müssen dann aus dem österreichischen Ausgleichsmarkt beigesteuert werden - entweder über den Spotmarkt oder aus Gasspeichern. Um in diesem Fall einen allfälligen Zahlungsausfall abzusichern, ist die Sicherheitsleistung gefordert.