Bei der Nationalratssitzung am Montag warb die Regierung um Einigkeit bei den Russland-Sanktionen und den Maßnahmen gegen die Teuerung.
Die Regierung warb um Einigkeit bei den Themen Russland-Sanktionen und Teuerung. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) und Kanzleramtsministerin Karoline Edtstadler, die Regierungschef Karl Nehammer (beide ÖVP) vertrat, der bei einer Migrationskonferenz in Ungarn weilt, forderten die Abgeordneten zur Zusammenarbeit auf.
Regierung wirbt bei Ukraine und Teuerung um Einigkeit
Kogler bot gleich zu Beginn seiner Erklärung den anderen Fraktionen an, in den Ausschüssen zusammenzuarbeiten, was etwa die Frage der Energiesicherheit betrifft. Und Kanzleramtsministerin Edtstadler nannte das Parlament "das Herzstück unserer Demokratie" und erinnerte an Beschlüsse in der Anfangsphase der Corona-Pandemie "über alle Parteigrenzen hinweg". Diese brauche es jetzt auch. "Gestalten wir die Zukunft geeint und Hand in Hand", so Edtstadler: "Und machen wir nicht den Fehler, dass wir uns auseinanderdividieren lassen. Gemeinsam können wir Lösungen finden, ich lade sie dazu ein."
Kogler kritisierte den "bestialischen Angriffskrieg" Russlands
Davor
kritisierte Kolger, dass man angesichts des "bestialischen
Angriffskriegs" Russlands auf europäischem Boden nicht neutral an der
Seite stehen könne. "Wer nichts tut, macht sich mitschuldig bei
Massenmord, Vergewaltigung und Kinderverschleppung. Da kann es keine
Neutralität geben", so Kogler, der zum Durchhalten aufrief. Die
Sanktionen würden wirken, es brauche aber Durchhaltevermögen. Ein
Schlüssel dafür sei die ökologische Energiewende, die auch für mehr
Energiesicherheit sorgen werde. Von einem Gaspreisdeckel hält Kogler
nichts, dieser würde nämlich lediglich zu einer Verknappung führen. Und
Russlands Präsident Wladimir Putin würde die Gaslieferungen auch ohne
Sanktionen als Waffen einsetzen, zeigte sich Kogler überzeugt.
Edtstadler: Man tue alles, um der Teuerungswelle zu begegnen
Man
tue alles, um der Teuerungswelle zu begegnen, betonte Edtstadler:
"Diese Bundesregierung lässt niemanden im Stich." Österreich sei
"Vorreiter", wenn es darum gehe, die Menschen zu entlasten. Sie räumte
ein, dass nicht immer alles bis ins kleinste Detail funktioniert habe.
Aber "wir dürfen uns nicht damit aufhalten, nur die Fehler und die
kleinen Missstände zu sehen". Auf europäischer Ebene brauche es eine
Entkoppelung von Strom und Gaspreis. Man habe gesehen, "dass sich der
Markt derzeit nicht selbst reguliert", betonte Edtstadler.
Debatte um Russland-Sanktionen und Teuerung im Nationalrat
Nach
der Debatte wird bei der Sitzung auch noch eine legistische Klarstellung
getroffen, wer Ausnahmegenehmigungen für die Ausfuhr von Gütern nach
Russland erteilen kann. Diese Aufgabe fällt dem Justizressort zu, auch
bei Angelegenheiten, die eigentlich in die Kompetenz der Länder fallen.