Dieses Jahr kann der Winterurlaub richtig viel Geld kosten. Die österreichische Tourismus-Branche wird einen Teil der höheren Kosten an die Gäste weitergeben.
Das erwartet die Tourismusstaatssekretärin Susanne Kraus-Winkler (ÖVP) in der Wintersaison 2022. Es gebe nach zwei und angesichts steigender Energiepreise "Nachholeffekte" bei den Preisen für Winterurlaub. "Man muss auch verstehen, dass in den zwei Pandemiejahren so gut wie keine Preiserhöhungen stattgefunden haben", sagte sie am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien.
Die Kosten für den Winterurlaub 2022/23 in Österreich steigen stark
In welchem Ausmaß die Preise tatsächlich steigen werden lies Kraus-Winkler offen. In der gestrigen Abendausgabe des "Kurier" hatte sie von Preiserhöhungen bei Hotels in der Höhe von 20 Prozent gesprochen. Bei Skiliften könnten die Preise laut "Kurier" um neun bis zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen.
Kraus Winkler: Je nach Budget eine Urlaubsform suchen, die passt
Sie verwies heute auf
die "riesige Bandbreite an Möglichkeiten, Urlaub zu machen - vom Urlaub
am Bauernhof zum Fünf-Sterne-Hotel". Jede und jeder könne sich also je
nach Budget eine Urlaubsform suchen, die passe.
Preise für den Winterurlaub haben noch keine Effekte auf Nachfrage
Laut Kraus-Winkler
hätten die gestiegenen Preise aber noch keine Effekte auf die
Nachfrage. Im Wintertourismus seien die Buchungen bisher "recht gut
angelaufen", auch bei den Seilbahnen seinen die Vorbuchungen der Tickets
teils stärker als üblicherweise. "Der Wunsch, Wintersport und
Winterurlaub zu machen, ist sehr wohl da", meinte sie.
Wie Tourismus im Winter mit Einsparungen umgeht ist unklar
Wie der
heimische Tourismus im Winter mit den notwendigen Einsparungsmaßnahmen
umgehen wird könne man noch nicht einheitlich sagen. Die Versorgungslage
in Europa sei laut Tourismussekretärin derzeit sehr dynamisch. "Wir
werden schauen müssen, wie sich die Lage von Monat zu Monat entwickelt,
und ob man tatsächlich in eine Mangellage kommt".
Mörth: Energieverbrach des Tourismus werde oft überschätzt
Der
Energieverbrauch des heimischen Tourismus werde dabei oftmals
überschätzt. So hätten die Sektoren Beherbergung, Gastronomie und
Seilbahnen laut Monika Mörth, Geschäftsführerin des Umweltbundesamtes,
lediglich einen Anteil von rund 1,55 Prozent am österreichischen
Energieverbrauch. Der Wintertourismus alleine komme auf rund 0,9 Prozent
des gesamten Verbrauches. Ein "Abschalten" des Wintertourismus ohne
konkrete Mangelsituation würde laut Kraus Winkler also nicht viel
bringen.
Viele Untrnehmen können sich Energiekosten nicht mehr leisten
Weil sich viele Unternehmen die stark gestiegenen
Energiekosten nicht mehr leisten können, hat die Regierung am Mittwoch
beschlossen, das Budget für den Energiekostenzuschuss von 450 Mio. auf
1,3 Mrd. Euro aufzustocken. Die Förderung ist an bestimmte Auflagen zum
Energiesparen geknüpft. Wie viele der heimischen Tourismusbetriebe
diesen Zuschuss in Anspruch nehmen werden, sei laut der Staatssekretärin
derzeit noch nicht absehbar.
Einsparungsmaßnahmen liegen bei den einzelnen Unternehmen
Die Vielfalt der Betriebe in der
Branche mache es schwierig, "allen das gleiche Konzept drüberzustülpen".
Die Verantwortung bei Einsparungsmaßnahmen liege derzeit bei den
einzelnen Unternehmen und das solle auch so lange wie möglich so
bleiben. Man könne zwar von der Branche verlangen, Energie einzusparen,
"aber jeder muss für sich den besten Weg in die Einsparung suchen",
betonte sie.
Erich Egger: "Mit Maßnahmen zu drohen ist der falsche Weg"
"Jetzt mit Maßnahmen zu drohen ist der falsche Weg",
erklärte auch Erich Egger, Vorstand der Schmittenhöhebahn in Zell am
See. "Wir haben Maßnahmen, die wir Umsetzen können", sagte er. So könne
man beispielsweise die Sitzheizungen der Lifte abschalten oder die
Betriebszeiten der Lifte verkürzen. Auch Sperren ganzer Skigebiete sei
möglich. Die Umsetzung der Maßnahmen würden jedoch immer vom jeweiligen
Skigebiet abhängen. Es sei kein fairer Zugang, "jetzt drüberzufahren und
allen das gleiche vorzuschreiben".
Energiesparen sei natürlich das Gebot der Stunde
Energiesparen sei
selbstverständlich das Gebot der Stunde, dürfe allerdings nicht dazu
führen, dass das Urlaubserlebnis getrübt oder gar verunmöglicht werde,
hieß es dazu von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). "Wenn sich
Einsparungen nur in den Nachkommastellen auswirken, dürfen damit nicht
mehrere Prozentpunkte an Wertschöpfungseinbußen ausgelöst werden",
schrieb Robert Seeber, Obmann der Bundessparte Tourismus und
Freizeitwirtschaft in der WKÖ in einer Aussendung.
Tourismus sei enorm wichtig für den Wirtschaftsstandort Österreich
"Der Tourismus
ist enorm wichtig für den Wirtschaftsstandort und den Arbeitsmarkt",
betonte auch NEOS-Tourismussprecherin Julia Seidl in einer Aussendung
und forderte Entlastungsmaßnahmen für die heimische Tourismusbranche.