Wegen der stark steigenden Strom- und Gaspreise freuen sich Energiekonzerne derzeit über teils beträchtliche Gewinne. NGOs haben daher eine Einführung einer Übergwinnsteuer in Österreich gefordert.
Auf EU-Ebene wird deshalb über mögliche Sonderabgaben oder Gewinnobergrenzen für Energiekonzerne verhandelt. Aus diesem Anlass fordern Greenpeace, Fridays for Future und Armutskonferenz die Einführung einer Übergewinnsteuer für Öl- und Gaskonzerne in Österreich.
Einführung von Übergewinnsteuer in Österreich gefordert
"Während die Menschen die Folgen der Energiekrise in der Geldbörse spüren, verdienen sich Ölkonzerne wie die OMV eine goldene Nase. Finanzminister Brunner muss jetzt die Verantwortung übernehmen und die fossile Gier der Ölkonzerne endlich stoppen", forderte Lisa Panhuber, Sprecherin bei Greenpeace in Österreich, am Donnerstag in einer Aussendung.
Greenpeace-Aktivisten protestierten am Donnerstag in Wien vor dem Finanzministerum.
©APA/GREENPEACE/MITJA KOBAL
EU-Kommissin schlug Sonderabgabe für Öl- und Gaskonzerne vor
Die EU-Kommission schlug Mitte des Monats unter
anderem eine Sonderabgabe für Öl- und Gaskonzerne vor, wonach diese 33
Prozent der Gewinne abgeben müssen, die über 20 Prozent über dem
durchschnittlichen Gewinn der vergangenen drei Jahre liegen. Mit den
Einnahmen sollten dann Entlastungsmaßnahmen für Verbraucherinnen und
Verbraucher sowie Unternehmen finanziert werden. Dieser Vorschlag ist
Greenpeace jedoch "zu schwach". Die Umweltschutzorganisation fordert,
dass Gewinne, die zehn Prozent über den Durchschnittsgewinnen der
letzten drei Jahre liegen, als Übergewinn klassifiziert, und mit 100
Prozent besteuert und umverteilt werden.
Forderung nach Übergewinnsteuer für Energiekonzerte durch NGOs
Der Forderung nach einer
Übergewinnsteuer für Energiekonzerne schlossen sich auch Fridays For
Future (FFF) an. "Fossile Konzerne zerstören unsere Zukunft und
profitieren nun von der Krise. Gleichzeitig müssen die Staatskassen für
Entlastungsmaßnahmen aufkommen. Das ist schlichtweg ungerecht", so
Viktoria Kudrna von Fridays for Future Wien
in der Aussendung. Eine Übergewinnsteuer dürfe allerdings nur der erste
Schritt auf dem Weg zum langfristigen Ausstieg aus fossilen Energien
sein, betonte sie.
Auch die Armutskonferenz stellte sich hinter die Forderung
Auch die Armutskonferenz stellte sich hinter
die Forderungen der beiden Umweltschutzorganisationen. "Die
Klimakatastrophe trifft Arme stärker als Reiche, gleichzeitig
verursachen die Reichsten im Land die meisten Emissionen. Nun sind
einkommensschwache Haushalte auch noch unverhältnismäßig stark von der
Energiekrise betroffen. Armutsbetroffene haben schon vor der Krise
überlegt, ob sie die Heizung aufdrehen oder Lebensmittel einkaufen", so
Clara Moder von der Armutskonferenz. Die Einnahmen der Steuer sollten
gezielt zur Entlastung privater Haushalte eingesetzt werden. Darüber
hinaus fordert die Armutskonferenz einen einkommensabhängigen Ökobonus
und eine Energiegrundsicherung.
Greenpeace protestierten vor dem Finanzministerium in Wien
Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace protestierten heute vor dem Finanzministerium in Wien.
Im Zuge der Aktion lieferten sie drei Paletten mit symbolischen Hundert
Euro Scheinen vor dem Ministerium ab, die für die hohen Gewinne der
Ölindustrie stehen sollen.