Laut dem Wifo bringt die CO2-Bepreisung nur einen moderaten Preisansteig an den Zapfsäulen.
Am 1. Oktober tritt die CO2-Bepreisung in Kraft. Das macht sich für Verbraucherinnen und Verbraucher bei den Sprit- und Energiepreisen bemerkbar. Die CO2-Steuer hätte bereits im Juli greifen sollen, wurde aber als Maßnahme gegen die Teuerung verschoben. Zuletzt wurden die Stimmen nach einer erneuten Verschiebung wieder lauter. Insgesamt dürften die steuerbedingten Preisanstiege aber moderat ausfallen und weitgehend durch den Klimabonus ausgeglichen werden.
Starke Treibstoffpreissprünge seit Beginn des Ukraine-Krieges
Seit Beginn des Ukraine-Krieges waren bereits starke Treibstoffpreissprünge zu beobachten, teils mit Preisen über 2 Euro pro Liter. Im Vergleich zu diesen Erhöhungen dürfte der Preisanstieg durch die CO2-Bepreisung nur "relativ gering" ausfallen, sagte Wifo-Umweltökonomin Claudia Kettner im Gespräch mit der APA.
Nur moderater Preisanstieg durch CO2-Bepreisung
Auf
den Liter gerechnet müssen die Verbraucherinnen und Verbraucher ab
Samstag inklusive Mehrwertsteuer mit 9,9 Cent mehr je Liter Diesel und
mit 8,6 Cent mehr pro Liter Benzin rechnen, wie aus Wifo-Berechnungen
hervorgeht. Die CO2-Steuer in Höhe von 30 Euro pro Tonne verteuert
Diesel aufgrund des höheren Kohlendioxid-Gehalts stärker als Benzin.
Vermehrt Kritik an CO2-Bepreisung
Zuletzt
kam angesichts der stark gestiegenen Lebenshaltungskosten vermehrt
Kritik an der CO2-Steuer von Interessenverbänden und den
Oppositionsparteien. Von einem "Anschlag auf die Geldbörsen der
Landsleute" - wie es heute etwa Udo Landbauer, Landespartei- und
Klubobmann der FPÖ Niederösterreich, formulierte - könne man aber nicht
sprechen, so Kettner: "Die Rückvergütung der CO2-Besteuerung ist durch
den Klimabonus bereits erfolgt und mit 250 Euro auch sehr großzügig
bemessen", sagt sie. Dass die CO2-Bepreisung nun angezweifelt wird, sieht die Umweltökonomin kritisch.
Erneute Verschiebung der CO2-Bepreisung "keine gute Idee"
Eine erneute Verschiebung der CO2-Bepreisung
wäre "keine gute Idee". Wenn Österreich die Klimaziele erreichen will,
brauche es einen breiten Instrumentenmix und dazu gehöre auch die
CO2-Steuer, so Kettner. Auch der Senkung der Mineralölsteuer (MöSt), wie
es zuletzt der ÖAMTC gefordert hat, steht die Umweltökonomin kritisch
gegenüber. Die Preissignale außer Kraft zu setzen, würde die Ziele, die
Abhängigkeit von Öl und Gas sowie den CO2-Ausstoß zu reduzieren,
konterkarieren. Im Verkehrssektor warte man ohnehin noch auf eine
Trendwende. Die Treibstoffpreise in Österreich seien im Vergleich zu
anderen Ländern immer noch sehr gering.
Ab Oktober kosten CO2-Emissionen 30 Euro pro Tonne. Der CO2-Preis soll schrittweise Jahr für Jahr angehoben werden. Kompensationszahlungen, wie der Klimabonus, werden die steuerbedingten Preisanstiege auch künftig dämpfen, erinnert die Umweltökonomin.