Am Dienstag hat sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen "in höchstem Ausmaß" besorgt gezeigt über die jüngsten Entwicklungen im Iran.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen zeigte sich besorgt über die Iran-Proteste. "Die Gewalt gegen Frauen, besonders bei den aktuellen Protesten, und die Einschränkung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit verurteile ich auf das Allerschärfste", teilte Van der Bellen am Dienstag auf Twitter mit. "Überall dort, wo die universellen Menschenrechte verletzt werden, müssen wir entschieden für sie einstehen."
Präsident Van der Bellen zeigt sich über Iran-Proteste besorgt
Der Tod von Mahsa Amini sowie der "unverhältnismäßige" Gewalteinsatz durch die Sicherheitsbehörden gegen Demonstranten müssten "unabhängig und transparent aufgeklärt" werden, forderte Van der Bellen. Er äußerte sich, während es am Dienstag Medienberichten zufolge erneut zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und aufgebrachten Demonstranten kam.
IRAN-WOMEN/SYRIA
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Van der Bellen: "Gewalteinsatz" durch Behörden müsse aufgeklärt werden
Die Proteste hatten vor eineinhalb Wochen
begonnen, nachdem die 22-jährige Amini in Polizeigewahrsam gestorben
war. Die Sittenpolizei hatte sie festgenommen, weil sie gegen die
strenge islamische Kleiderordnung verstoßen und ihr Kopftuch nicht
angemessen getragen haben soll. Bei der
seitdem anhaltenden Protestwelle kamen nach offiziellen Angaben 41
Menschen ums Leben. Menschenrechtsgruppen gehen von höheren Zahlen aus.
Österreich ließ iranischen Botschafter ins Ministerium zitieren
Mehrere westliche Staaten, darunter Österreich, hatten aus Protest gegen das Vorgehen der Behörden die jeweiligen iranischen Botschafter in ihre Außenministerien zitieren lassen. Am Montag musste der
iranische Missionschef in Wien, Abbas Bagherpour Ardekani, im Wiener
Außenamt vorstellig werden. Wie man im Außenministerium betonte, habe
Ressortchef Alexander Schallenberg (ÖVP) bereits in der Vorwoche seinem iranischen Amtskollegen Hossein Amir-Abdollahian am Rande der UNO-Generalversammlung in New York die österreichische Position klar zum Ausdruck gebracht.
Regierungsparteien brachte zu Iran-Protesten Antrag ein
Laut der außenpolitischen Sprecherin der Grünen, Ewa Ernst-Dziedzic, brachten die beiden Regierungsparteien aus Anlass der
Proteste einen gemeinsamen Antrag ein. "Darin wird die Bundesregierung
aufgefordert, sich für die Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen
Frauen, einschließlich sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt
einzusetzen sowie entsprechende Einzelfälle wie den Fall Mahsa Amini
auch auf bilateraler Ebene anzusprechen", erklärte Ernst-Dziedzic am
Montag. ÖVP-Menschenrechtssprecherin Gudrun Kugler meinte, dass kein
Land "mehr Todesurteile gegen Frauen als der Iran" vollstrecke.