Im Rahmen einer Schwerpunktaktion auf der Tauernautobahn wurden mehrere Reisebusunternehmen als Steuersünder entlarvt. Nun wurden Finanzstrafverfahren eingeleitet.
In einer Schwerpunktaktion haben die Behörden von 10. auf 11. September Reisebusunternehmen aus Nicht-EU-Ländern auf der A10 Tauernautobahn kontrolliert und zu einer millionenschweren Steuernachzahlung verdonnert, wie das Finanzministerium am Montag bekanntgab. In Summe müssen 1,8 Mio. Euro an Steuern nachgezahlt werden. In Österreich sind für Personenbeförderung mit Reisebussen im Linienverkehr 10 Prozent Umsatzsteuer fällig.
Von fünf angehaltenen Reisebusunternehmen aus Bosnien und Herzegowina, Albanien und dem Kosovo hätten drei die Steuer nicht abgeführt. Eines hatte dem Ministerium zufolge bereits vor fünf Jahren Betriebsaufgabe gemeldet und war seither als "steuerliches U-Boot" in Österreich unterwegs. Ein weiteres Unternehmen, das seit mindestens zehn Jahren zwischen Bosnien und Österreich unterwegs sei, hab sich noch nie bei der Finanzverwaltung registriert. Nun wurden Finanzstrafverfahren eingeleitet. Es drohen empfindliche Strafen.
Bei der behördenübergreifenden Kontrolle wurden nicht nur Konzessionen, Preislisten und Belege der Reiseunternehmen überprüft, es wurden auch die Reisebusse und das Reisegepäck von insgesamt 206 Passagieren mit Hilfe eines Tabak- bzw. Drogenspürhundes durchsucht. Dabei wurden den Angaben zufolge ein paar zollpflichtige Waren entdeckt, für die eine Steuernachzahlung von rund 630 Euro zu entrichten war.
An dem
ämter- und behördenübergreifenden Einsatz wirkten das Finanzamt, das
Zollamt, das Amt für Betrugsbekämpfung, die Landesverkehrsabteilung
Salzburg und die Landespolizeidirektion Kärnten mit. "Diese höchst
professionelle Schwerpunktaktion zeigt, wie wichtig die Vernetzung
verschiedener Behörden in Sachen Betrugsbekämpfung ist", so
Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) laut Aussendung.