Kommende Woche ist Altkanzler Sebastian Kurz als Auskunftsperson in den ÖVP-Korruptions-U-Ausschuss geladen.
Thema werden diverse Postenbesetzungen und Vorgänge in seiner Kanzlerschaft bis hin zur Inseratenaffäre sein. Nach Kurz stellen sich am Mittwoch Ex-VP-Generalsekretär Axel Melchior und der Tiroler Abgeordnete und oberste Seilbahner Franz Hörl den Abgeordneten-Fragen.
Die Palette der Befragungsthemen reicht beim ehemaligen Kanzler und Ex-ÖVP-Chef über alle vier Beweisthemen, von der Beeinflussung von Vergabe- und Förderverfahren über die Einflussnahme auf Beteiligungen des Bundes, die Einflussnahme auf Ermittlungen bis hin zur Begünstigung bei der Personalauswahl. Wie weit sich Kurz dabei wegen laufender Ermittlungen entschlagen wird, bleibt abzuwarten.
Die Wirtschafts-
und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt nämlich gegen den
ehemaligen Regierungschef unter anderem wegen des Vorwurfs der
Falschaussage im Ibiza-Untersuchungsausschuss oder auch im sogenannten
Beinschab-Komplex - also jener Affäre rund um Meinungsforscherin Sabine
Beinschab und mutmaßlich von türkisen Ministerien mit öffentlichem Geld
beauftragte Studien, die für die Partei oder für das Fortkommen von
Ex-Kanzler Kurz förderlich gewesen sein sollen. Kurz war bereits im
Vorgänger-Ausschuss, dem Ibiza-Untersuchungsausschuss, zweimal geladen
worden.
Nach ihm kommt am Mittwoch der ehemalige
ÖVP-Generalsekretär Melchior ebenfalls zu einem neuerlichen Auftritt im
parlamentarischen Gremium. Bereits im Ibiza-U-Ausschuss wurde Melchior
über Spenden an die ÖVP oder das "Projekt Ballhausplatz" befragt, also
jenem internen Wahlkampf-Strategiepapier, das das Ziel hatte, Kurz 2017
ins Kanzleramt zu hieven. Auch diesmal werden sich die Abgeordneten der
Opposition und der Grünen für Interna der Türkisen interessieren.
Abzuwarten bleibt jedoch, inwiefern der Verfahrensrichter diese auch
zulässt, kann doch der U-Ausschuss lediglich Verwaltungshandeln des
Bundes untersuchen.
Ob mit Hörl die dritte Auskunftsperson am
Mittwoch noch an die Reihe kommen wird, ist fraglich. Das Potenzial an
Geschäftsordnungsdiskusionen sowohl bei der Befragung von Kurz als auch
von Melchior dürfte nicht gerade gering sein.
Am Donnerstag folgt dann wieder ein ÖVP-Tag. Geladen wurden von den Türkisen zwei Beamte des Kunst- und Sportministeriums, das für die Vergabe der NPO-Förderungen zuständig war. Die ÖVP will untersuchen, ob es eine politische Einflussnahme auf Entscheidungen gegeben hat.