Freitagnachmittag schloss die Tiroler ÖVP im Osttiroler Nikolsdorf in kleinem Kreis ihren Landtagswahlkampf formal ab.
Die Tiroler ÖVP hat Freitagnachmittag ihren Wahlkampf zur Tiroler abgeschlossen. Spitzenkandidat Anton Mattle sprach vor rund 80 Sympathisanten von einer "Richtungswahl", erneuerte seine "Vision" in Form eines Bekenntnisses zur Energiewende und warnte vor einem "blauen Experiment". Im Wahlkampf hätten sich "alle gegen die Volkspartei" positioniert - jene Partei, die immer "Verantwortung für unser Bundesland" übernommen habe.
So sah Wahlkampfschluss der Tiroler ÖVP zur Tirol-Wahl aus
Dabei nahm Mattle vor allem Bezug auf FPÖ-Landesparteiobmann und Landtagswahlspitzenkandidat Markus Abwerzger - dieser hatte, von den Seinen zum "Landeshauptmannkandidaten" ernannt, ein "Duell um Tirol" ausgerufen, auf das Mattle in seiner rund 15-minütigen Rede Bezug nahm. Viele hätten ihn im Wahlkampf darauf angesprochen. Die "Politik der Mitte" der ÖVP habe Tirol zu dem gemacht, was es heute ist, unterstrich Mattle im Wahlkampffinale - ein Land mit Vollbeschäftigung, in dem junge Menschen "alle Chancen der Welt" hätten und Betreuung - für die ganz Kleinen und die Älteren - groß geschrieben werde.
Wahlkampfabschluss der ÖVP bei Tirol-Wahl 2022
Tiroler ÖVP beendet Wahlkampf zur Tiroler Landtagswahl in Nikolsdorf
Bei Nikolsdorf
handelt es sich übrigens um die am östlichsten gelegene Gemeinde
Osttirols und damit des gesamten Bundeslandes. Parteichef Mattle war am
3. September in seiner Heimatgemeinde Galtür, der westlichsten Kommune
Tirols, offiziell in den Wahlkampf gestartet. Daraufhin ging es mit dem
Wahlkampfbus quer durch Tirol, in 42 Regionen und Talschaften - bis eben
in das östlichste Eck des Landes. In "unwahrscheinlich vielen
Gesprächen", die er in den letzten Wochen geführt habe, habe sich
gezeigt, dass der "Blick in die Zukunft" bei vielen "etwas eingetrübt"
sei, zog der 59-jährige Mattle Bilanz. Als Grund dafür machte er die
"importierte Inflation" aus.
Mattle führte seine Vorstellungen in Bezug auf die Energiewende aus
Etwas länger führte Mattle dann seine
Vorstellungen in Bezug auf die Energiewende aus, die er als Schlüssel
zu Unabhängigkeit und Standort- und Versorgungssicherheit sah. Tirol
habe aufgrund seiner Topografie "beste Voraussetzungen" für Wasserkraft,
aber auch Photovoltaik. Ferner ortete er großes Potenzial im Bereich
der Biomasse und "da und dort" für Windkraft.
ÖVP-Landesgeschäftsführer Malaun eröffnete Wahlkampfabschluss
ÖVP-Landesgeschäftsführer
Martin Malaun, der die Veranstaltung eröffnete, hielt indes an der 30
Prozent-Grenze fest. "Wir brauchen über 30 Prozent, damit wir ganz
sicher sein können, dass es wieder einen ÖVP-Landeshauptmann gibt",
mobilisierte Malaun, der sich nach diesem Wahlkampf zurückziehen wird,
noch einmal kräftig. Die Resonanz sei im Wahlkampf "eine gute" gewesen,
bilanzierte Malaun: "Alle, die den Toni kennen gelernt haben, werden ihn
wählen". Bei den letzten Landtagswahlen im Jahr 2018 hatte die seit 77
Jahren im Bundesland dominante ÖVP - damals unter Noch-Landeshauptmann
Günther Platter und mit bundespolitischem türkisen Rückenwind - 44,26
Prozent eingefahren. Mattle hielt indes auf APA-Nachfrage daran fest,
auch in "schwierigen Zeiten" Verantwortung übernehmen zu wollen und
definierte keine Prozent-"Schmerzgrenze" bei der er persönliche
Konsequenzen ziehen würde.
Umfragen gaen der ÖVP zuletzt um die 30 Prozent oder darunter
Umfragen gaben den Schwarzen zuletzt um
die 30 Prozent oder weit darunter. Lediglich eine in den Tiroler
Bezirksblättern veröffentlichte Befragung wies zumindest 35 Prozent mit
einem Potenzial bis zu 39 Prozent für die Tiroler Volkspartei aus.
Am
Firmengelände in Nikolsdorf machten sich - zwischen Hackgut, Traktoren
und Containern - rund 80 großteils einheimische Personen ein Bild vom
schwarzen Spitzenkandidaten. Vor Ort waren auch die
ÖVP-Spitzenkandidatinnen und -kandidaten für den Bezirk Lienz, der
Bezirksobmann und der aus Osttirol stammende ÖVP-Landwirtschaftsminister
Norbert Totschnig. Die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten aus den
anderen Bezirken wurden - teils unter technischen Problemen - zu Beginn
der Veranstaltung aus dem Wahlkampf zugeschaltet und berichteten durch
die Bank von einer positiven Stimmung.
Mattle und angeschlagene ÖVP kämpfen bei Tirol-Wahl um jeden Wähler
Am Samstag kämpfen Mattle
und seine schwer unter Druck stehende Landespartei auf den letzten
Metern dann noch im Bezirk Landeck um jede Wählerin und jeden Wähler.
Auf größere Wahlkampfkundgebungen verzichteten der schwarze
"Landeshauptmannkandidat" und sein Team.
Grüne, MFG und NEOS
brachten ihren Wahlkampf bereits zum Abschluss. Am Freitagabend folgt
die FPÖ. SPÖ und Liste Fritz begehen ihre letzten großen
Wahlkampfauftritte am Samstag.