Österreich bringt den Wolf auf die EU-Agenda. Agrarminister Norbert Totschnig pocht dabei auf eine europäische Lösung.
Österreich bringt den Wolf auf die EU-Agenda. Bei einem Treffen der EU-Agrarminister am Montag in Brüssel will Ressortchef Norbert Totschnig (ÖVP) mit Unterstützung von sechs weiteren EU-Staaten die EU-Kommission zu einer Überprüfung des Rechtsrahmens auffordern, der unter anderem Wölfe unter strengen Schutz stellt. Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der EU sei 30 Jahre alt, "damals gab es in Österreich keine Wölfe", kritisierte Totschnig im Voraus.
"Mittlerweile bedroht der Wolf unsere heimische Almen-, Land- und Tourismuswirtschaft", warnte der Landwirtschaftsminister laut Mitteilung. Hierzulande wurden laut dem Österreichzentrum Bär Wolf Luchs dieses Jahr 31 Wolfsindividuen nachgewiesen - Tendenz steigend. Gerissen wurden insgesamt 489 Schafe und Ziegen sowie ein Rind. In Europa liegt die Zahl der Wölfe bei schätzungsweise 17.000.
Totschnig pocht auf eine europäische Lösung: "Der Wolf kennt keine Landesgrenzen." Dazu soll es ein "europaweit einheitliches, umfassendes und systematisches Monitoring der Beutegreifer" geben. Zudem fordern die sieben EU-Staaten zusätzliche EU-Gelder, unter anderem für Herdenschutzmaßnahmen oder ein Kompensationssystem für Landwirte. Unterstützende Mitgliedstaaten sind Kroatien, Finnland, Ungarn, Lettland, Rumänien und die Slowakei.
Ganz oben auf der
Tagesordnung der EU-Agrarminister steht der Krieg in der Ukraine. Mit
Hilfe der EU-Kommission sind bisher insgesamt 14 Millionen Tonnen an
landwirtschaftlichen Produkten aus der Ukraine exportiert worden. 61
Prozent der Güter wie Getreide oder Ölsaaten wurden laut einem
EU-Beamten über die speziell errichteten Korridore transportiert, die
restlichen 39 Prozent über das Schwarze Meer.
"Solange sich die
Situation am Schwarzen Meer nicht stabilisiert hat, werden die
Solidaritätskorridore weiterhin eine wichtige Rolle spielen", erklärte
Totschnig. Gleichzeitig betonte er, dass die Versorgung mit
Lebensmitteln in Österreich weiterhin gesichert sei.