Am Montag ist ein mutmaßlicher Rip-Deal-Betrüger in Wiener Neustadt zu vier Jahren Haft verurteilt worden.
Der Angeklagte erhielt nach Angaben des Landesgerichts nicht rechtskräftig vier Jahre unbedingt. Der Mann soll von März bis Juli 2021 von Immobilien-Verkäufern vermeintliche Vermittlungsprovisionen in Kryptowährungen verlangt haben, vier der sechs Opfer sollen die geforderte Zahlung auch tatsächlich geleistet haben. In Summe sollen ihnen 1,05 Millionen Euro abgeknöpft worden sein.
Der Beschuldigte soll laut früheren Polizeiangaben vorgetäuscht haben, als Vermittler für einen reichen Geschäftsmann tätig zu sein, und sich mit dem Verkäufer einer Villa in Spanien in Rom getroffen haben. Dabei soll eine Provision in Höhe von 700.000 Euro in Kryptowährungen vereinbart worden sein, die nach Abschluss des Verkaufs fällig sein sollte. Das Krypto-Wallet - eine Art digitale Geldbörse - soll noch in Rom im Beisein des mutmaßlichen Betrügers installiert worden sein, wobei dieser die Passwörter des Opfers ausgespäht haben und so an das Geld gelangt sein soll.
Der 59-Jährige erstattete
daraufhin Anzeige in seiner Heimat Deutschland, in Zusammenarbeit mit
österreichischen Ermittlern wurde der 33-jährige Verdächtige in der
italienischen Hauptstadt festgenommen. Bei einer Durchsuchung des
Wohnsitzes des Beschuldigten in Niederösterreich wurde Datenmaterial
sichergestellt. Weitere Opfer sollen um 200.000, 100.000 bzw. 50.000
Euro erleichtert worden sein. Zweimal blieb es beim Versuch - hier soll
es um 410.000 sowie mehr als 5.000 Euro gegangen sein.
Dem Mann
wurde wegen - teilweise versuchten - gewerbsmäßig schweren Betrugs
verurteilt. Er muss mehreren Opfern Privatbeteiligtenzusprüche zahlen.
Das Urteil ist nicht rechtskräftig, weil die Staatsanwaltschaft keine
Erklärung abgab.
Beim Rip-Deal handelt es sich um ein
betrügerisches Rechtsgeschäft, bei dem Täter meist beabsichtigen,
Luxusgüter wie hochpreisige Uhren, Goldmünzen oder Goldbarren, aber auch
Kryptowährungen oder Immobilien zu erwerben. In manchen Fällen treten
Beschuldigte als Vermittler zwischen Opfer und dem vorgetäuschten
eigentlichen Käufer auf und fordern eine Provision für die vermeintliche
Vermittlung an Dritte - oft in Form von Kryptowährungen oder Gold.