Aufgrund der hohen Energiepreise werden Rufe nach Entlastungen für Unternehmen immer lauter.
Unternehmen in Österreich rufen immer lauter nach Entlastungen aufgrund der hohen Energiepreise. Der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Georg Knill, sieht drohende "Produktionsdrosselungen und Arbeitslosigkeit in Österreich, sofern nicht konsequent und schnell entgegengesteuert wird. Die Regierung ist aufgefordert so rasch wie möglich zu handeln und die angekündigten Hilfen auf den Weg zu bringen."
Energiepreise steigen: Unternehmen rufen nach rascher Hilfe
Konkret
fordert die IV eine Aufstockung des Zuschusses auf mindestens 2,5 Mrd.
Euro und eine Verlängerung bis zum nächsten Jahr. Mittelfristig brauche
es laut IV außerdem eine Reform des Strommarktes, bei der auch das
Merit-Order-System, bei dem das teuerste Kraftwerk den Gaspreis
bestimmt, weiterentwickelt werde. "Die EU-Kommission ist hier am Zug
rasch ein entsprechendes Modell vorzulegen", so Knill.
Wirtschaftslandesräte aus den Ländern für Entlastungen
Auch die
Wirtschaftslandesräte aus Niederösterreich, Oberösterreich und der
Steiermark haben sich am Sonntag in einer gemeinsamen Aussendung für
rasche Wirtschaftshilfen für alle heimischen Betriebe ausgesprochen. Am
gestrigen Samstag hatte bereits die Wirtschaftskammer auf rasche
Entlastungen gedrängt und die noch fehlende Richtlinie kritisiert.
Energiekosten: Entlastungspaket für Unternehmen im Juni angekündigt
Im
Juni war vom Wirtschaftsministerium ein Entlastungspaket für
Unternehmen in Höhe von 1 Mrd. Euro angekündigt worden, im Juli wurde
das Gesetz für den Energiekostenzuschuss beschlossen. Laut Wirtschafts-
und Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) sei die Richtlinie derzeit in
Fertigstellung, muss aber von Brüssel auch genehmigt werden. Unternehmen
sollen "wahrscheinlich ab Mitte Oktober" Anträge für den Zuschuss
stellen können, sagte er am Sonntag in der ORF-"Pressestunde".
Hilfen für energieintensive Betriebe mit hohen Energiekosten
Im
Rahmen des Zuschusses sollen energieintensive Betriebe, deren
Energiekosten mehr als drei Prozent ihres Umsatzes überschreiten, Hilfen
bekommen - das gelte für alle Energieformen, sei es Strom, Gas oder
Treibstoffe. "Das soll ungefähr ein Drittel des Anstiegs der Preise im
Vergleich zum Vorjahr abdecken," so der Minister. Diese Deckelung sei
einerseits dem EU-Beihilferahmen geschuldet und andererseits der
Möglichkeit der Unternehmen, die Preissteigerungen bei den Energiekosten
in ihren eigenen Preisen wieder weiterzugeben. Bei den Kosten für diese
Beihilfe rechnet Kocher mit einer Summe von "weit über einer
Milliarde."
Einführung eines Gaspreis-Deckels würde für Firmen nicht funktionieren
Die Einführung eines Gaspreis-Deckels für Unternehmen -
wie er für Strom für die österreichischen Haushalte kürzlich
beschlossen wurde - würde aus seiner Sicht dagegen nicht funktionieren,
da die Unternehmenslandschaft in Österreich dafür zu heterogen sei. "Bei
Gas gibt es Unternehmen, die gar kein Gas verbrauchen und es gibt
welche, die sehr viel Gas verbrauchen. "Und hier einen Deckel zu machen,
würde der Heterogenität des Sektors überhaupt nicht gerecht", so
Kocher.