Das Interesse an sogenannten "Green Jobs" ist laut einer aktuellen WKÖ-Umfrage unter Jugendlichen sehr hoch. Der Hauptzweck eines "Green Jobs" ist der Beitrag zum Umweltschutz.
Angesichts von Klimakrise und Energiewende steigt die Nachfrage nach sogenannten "Green Jobs". Laut einer aktuellen Umfrage der WKÖ ist das generelle Interesse junger Frauen und Männer in Österreich an diesem Thema zwar groß, vor allem bei jungen Frauen braucht es aber noch mehr Anstrengungen, um sie tatsächlich für diese oftmals "technischen" Berufe zu begeistern.
Rund 71 Prozent der Jugendlichen in Österreich, die sich für eine Lehre interessieren, würde laut einer Umfrage des market-Instituts unter 400 Schülerinnen und Schüler in der neunten Schulstufe (alle Schultypen) im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ein "Green Job" interessieren. Green Jobs sind Berufe im Umweltsektor, in der Herstellung von Produkten, Technologien und Dienstleistungen, die Umweltschäden vermeiden und natürliche Ressourcen erhalten. Green Jobs gibt es in verschiedenen Sparten wie beispielsweise erneuerbare Energien, Wasser-und Abwassermanagement oder nachhaltiges Bauen und Sanieren. Der Hauptzweck eines Green Jobs ist der Beitrag zum Umweltschutz. Eine Installateurin oder ein Installateur einer Photovoltaikanlage hat laut WKÖ beispielsweise einen Green Job.
"Die
Jugendlichen wollen zukunftsfit sein und wollen einen Job ergreifen,
der Sinn macht" resümierte Mariana Kühnel, stellvertretende
Generalsekretärin der WKÖ die Ergebnisse am Freitag bei einer
Pressekonferenz in Wien.
Lehrberufe mit besonders viel "grünem Potenzial" befinden sich laut ihr
in Österreich etwa in den Bereichen Labortechnik und Biochemie,
Entsorgung und Recycling, Installations- und Gebäudetechnik oder
Heizungstechnik. Das generelle Interesse für grüne Jobs ist dabei bei
jungen Frauen und Männern in etwa gleich hoch. Die Umfrage zeigte
allerdings, dass sich vor allem junge Frauen trotz generell großem
Interesse am Thema mit einer Lehre in diesen Berufen jedoch oftmals
schwer tun. Bei der Frage, ob man sich vorstellen könne einen Lehrberuf
in einem dieser Bereich zu erlernen, machte ein Drittel der befragten
Frauen entweder keine Angabe oder war sich unsicher. Bei jungen Männern
waren es nur 13 Prozent.
"Je technischer es wird, desto schwerer
tun wir uns, junge Damen in diese Richtung zu bewegen", erklärte
market-Geschäftsführer David Pfarrhofer. Die Top-Lehrberufe weiblicher
Lehrlinge sind hierzulande laut aktueller WKÖ-Lehrlingsstatistik
weiterhin eher weniger "technische" Jobs wie Einzelhandelskauffrau,
Bürokauffrau oder Friseurin.
Junge Menschen und vor allem junge
Frauen für solche Berufe zu begeistern sei vor allem angesichts der
steigenden Nachfrage nach "Green Jobs" und des derzeitigen Trends
offener Lehrstellen relevant. Schon jetzt gebe es laut Kühnel unter
Berufung auf aktuelle AMS-Zahlen einen Überhang von über 7.000
Lehrstellen, die derzeit nicht besetzt werden können. Von den offenen
Lehrstellen befinden sind laut Kühnel rund 20-30 Prozent im Bereich der
Green Jobs, das AMS weise diese allerdings nicht gesondert aus. Derzeit
ist rund jeder 20. Job in Österreich ein "Green Job", bis 2030 soll es
in Österreich zusätzlich 200.000 neue Green Jobs geben. "Wir müssen
sicher die Ärmeln aufkrempeln", so Kühnel.