Angesichts der fixierten Strompreisbremse will die Regulierungsbehörde E-Control die Strompreise "genau beobachten".
Genau im Auge hat die E-Control die Strompreise anlässlich der Strompreisbremse. Es sei "wiederholt" die Frage aufgeworfen worden, ob es nicht sein könne, dass sich Unternehmen in Richtung des subventionierten Preises begeben würden, sagte Vorstand Wolfgang Urbantschitsch bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Bei der Tiwag hatte es nun eine Preiserhöhung gegeben, die laut Liste Fritz nicht zufällig auf 38 Cent je kWh lautete.
E-Control will Preise wegen der Strompreisbremse untersuchen
Am Tag der Verkündung des Strompreisdeckels vervierfachte Tirols landeseigener Energieversorger den Strompreis für Neukunden und kam bei ebenjenen 38 Cent zum liegen, berichtete die "Tiroler Tageszeitung" am Mittwoch. Zudem wird in diesem Neukundentarif die nächste Strompreisanpassung erst im Juni 2024 erfolgen - Mitte 2024 läuft auch die Strompreisbremse aus. Bei der Tiwag-Tochter IKB gab es ähnliche Preissprünge. Das Modell der Bundesregierung sieht vor, dass man ab Dezember für einen Grundbedarf bis zu 2.900 Kilowattstunden einen Zuschuss von bis zu 30 Cent pro kWh bekommt. Bis zu einem Strompreis von 40 Cent bezahlt der Kunde also nur 10 Cent je kWh.
Tiwag-Chef glaubt nicht, dass Strompreise wieder billiger werden
Tiwag-Chef Erich Entstrasser
sah jedoch keinen Zusammenhang, dies sei nur eine "zulässige Denkübung".
"Wir wussten zwar, dass eine Strompreisbremse kommt. Die
genauen Details kannten wir aber nicht", hielt er fest. Der Strom für
Neukunden müsse am Markt beschafft werden, wo aktuell hohe Preise
herrschen, argumentierte er. Dass die
Preise genau bis Mitte 2024 fixiert wurden, liege daran, dass man für
Neukunden kommendes Jahr nicht noch einmal erhöhen wolle, er glaube auch
nicht, dass der Strompreis noch einmal billiger werde.
"Wer an Zufall glubt, glaubt auch ans Christkind", so Liste-Fritz-Chef
"Wer hier an Zufall glaubt, glaubt auch ans Christkind", sagte Liste-Fritz-Klubobmann Markus Sint, der sich derzeit im befindet. "Das ist natürlich kein Zufall, sondern bewusst gemacht, um bei Neukunden die Subventionen von bis zu 30 Cent einzustreifen", meinte er. Grünen Spitzenkandidat Gebi Mair hielt indes fest, dass Preissprünge die Unsicherheit erhöhen, etwas was man derzeit "überhaupt nicht brauchen" könne. "Es ist Zeit, dass die Verantwortung für die Tiwag in Tirol wechselt", diese liege seit 1945 "in den Händen der ÖVP", meinte er.
Urbantschitsch: Preisbildung bei Energie sei Sache der Unternehmen
Urbantschitsch
hielt indes bei dem Medientermin mit Entstrasser fest, dass
Preisbildung "Sache der Unternehmen" sei. Dennoch kündigte er an, dass
man den "Markt genau beobachten" und dies gemeinsam mit der
Bundeswettbewerbsbehörde tun werde. Man müsse verhindern, dass ein
"System, das von staatlicher Seite unterstützt wird, in irgendeiner
Weise unterlaufen wird".
E-Control-Vorstand: Gasflüsse nach Österreich reichen derzeit aus
Der E-Control-Vorstand informierte zudem darüber, wie es um die Versorgungssicherheit von Energie in Österreich aktuell steht. "Die Gasflüsse nach Österreich reichen derzeit aus, um den Tagesbedarf zu decken und die Speicher zu befüllen". Derzeit seien die
Speicher zu 71,56 Prozent gefüllt, das Speicherziel zu Beginn der
Heizsaison Anfang November liege bei 80 Prozent. Der Gasverbrauch sei
zuletzt um elf Prozent zurückgegangen, man müsse sich aber erst
anschauen, "wie nachhaltig" diese Entwicklung sei. Die
Gasversorgung sei damit "in hohem Ausmaß sichergestellt", dennoch sei
"immer damit zu rechnen, dass es zu weiteren Gaslieferunterbrechungen
kommt", warnte Urbantschitsch.
Vorsorgungssicherheit sei auch in Tirol gegeben
Tirols Landeshauptmannstellvertreter und Energielandesrat Josef Geisler (ÖVP) sowie Entstrasser betonten, dass die
Versorgungssicherheit auch für Tirol bestehe. Dennoch mache man derzeit
im Energielenkungsbeirat Pläne, wie man sich auf eventuelle Mangellagen
im Winter vorbereiten könne, sagte Geisler. Er ging davon aus, dass bis
Mitte Oktober Ergebnisse vorliegen werden und erinnerte daran, dass
beim Gas "der Bund den Hebel in der Hand hat".
Entstrasser: Bei Gas sei man auf plangemäße Lieferungen angewiesen
Entstrasser führte aus, dass man beim Gas auf Lieferungen angewiesen sei, die bisher aber alle "plangemäß" angekommen seien. Man speichere auch nach wie vor ein und Strom und Gas sei für die Bevölkerung "jedenfalls gewährleistet". Dies gelte aus "heutiger Sicht" auch für die
Industrie, wobei es hier aufgrund des hohen Verbrauchs schon "Themen
geben" könnte. Geisler erwartete sich bei den Unternehmen - die unter
starken Preiserhöhungen leiden - aber eine Gasförderung vonseiten des
Bundes, Tirol könne hier lediglich nachbessern, aber dies nicht zur
Gänze stemmen.