Am Mittwoch begrüßte Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) die Pläne von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur Eindämmung der hohen Energiepreise.
Die Pläne von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur Eindämmung der hohen Energiepreise werden von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) begrüßt. "Für die Probleme am europäischen Markt braucht es europäische und gemeinsame Lösungen", sagte sie am Mittwoch in einer Aussendung. Gewessler zeigt sich daher froh, dass nun konkrete Vorschläge am Tisch liegen, die sie auch mitbeschließen wolle. Kritik kam von SPÖ und Arbeiterkammer.
Gewessler begrüßt Pläne der EU-Kommission zu den Energiepreisen
Der Entwurf umfasse nunmehr verbindliche Maßnahmen zum Senken des Stromverbrauchs in Spitzenzeiten, einen Solidaritätsbeitrag für Unternehmen mit kriegsbedingten Zufallsgewinnen sowie erste Schritte zur Entkoppelung von Strom- und Gaspreis, so Gewessler. Das sei gut so und sie bereit, die notwendigen Beschlüsse noch Ende September zu fassen.
SPÖ gehen Vorschläge der EU-Kommission nicht weit genug
Der SPÖ gehen die Vorschläge der EU-Kommissionspräsidentin
hingegen nicht weit genug. Notwendig sei eine Änderung des Systems im
Handel mit Energie. "Die Liberalisierung des Strommarktes war ein
schwerer Fehler", sagte Parteichefin Pamela Rendi-Wagner am Mittwoch bei
einer Pressekonferenz. Sie verwies auf das bereits letzte Woche
vorgestellte SPÖ-Modell, das die Regulierung des europäischen
Strommarktes, eine gemeinsame Beschaffung von
Gas auf europäische Ebene und eine Subvention des Gaspreises für die
Wirtschaft und Haushalte vorsieht. Für den Fall, dass keine Einigung auf
europäischer Ebene zustande kommt, müsse die Regierung diese Maßnahmen
auf nationaler Ebene durchsetzen, fordert sie.
AK findet Maßnahmen zu Energiepreisen "kaum wirksam"
Die Arbeiterkammer
(AK) befindet die Maßnahmen für "kaum wirksam". "Es gibt keinen Eingriff
auf der Strombörse, eine Entkopplung des Strompreises vom Gaspreis
erfolgt nicht", hieß es in einer Mitteilung. Der hohe Großhandelspreis
für Strom bleibe unverändert. "Damit sinken die Strompreise weder für
Haushalte noch für Unternehmen - die Inflation wird ebenfalls nicht
gedämpft". Die Gewinnabschöpfung sei zudem nur "ein schwacher Versuch".
Geht es nach der AK, so sollen auch Verkaufserlöse von Erneuerbaren Energien, Atomenergie und Braunkohle über einer bestimmten Höhe abgeschöpft werden.
Entwurf zur Solidaritätsabgabe für Greenpeach ein "erster Schritt"
Die
Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht den Entwurf für eine
Solidaritätsabgabe als einen "ersten Schritt", drängt aber auf eine
höhere Besteuerung. Beim Treffen der EU-Ministerinnen und Minister am
30. September müsse sich Gewessler
"für eine ambitionierte Solidaritätsabgabe aussprechen, die ihren Namen
auch verdient", forderte Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin
bei Greenpeace.