ÖVP und Grüne verhandeln derzeit um eine Reform der Arbeitslosenversicherung. Einige Punkte sind dabei aber laut Minister Kocher noch offen.
Die angekündigte Reform der Arbeitslosenversicherung ist bisher ausständig. Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) ist zwar optimistisch, dass es beim aktuellsten Anlauf gelingt, eine große Reform umzusetzen. Aber dieser könnte vorerst auch ein letzter sein, ließ Kocher im APA-Gespräch erkennen: "Wenn man das jetzt nicht in den nächsten Wochen hinbekommt, dann glaube ich, muss man es auch wirklich verschieben. Dann bringt man einfach keine große Reform zusammen."
"Ich hoffe wir schaffen einen Kompromiss", so Kocher. Es gehe um ein insgesamt recht großes Paket. "Offen sind insgesamt drei, vier Punkte die symbolisch-politisch wichtig sind", sagt er zu den Verhandlungen der beiden Regierungsparteien ÖVP und Grüne.
Aber auch wenn sich die beiden doch recht unterschiedlichen Partner bis Ende Oktober/Anfang November einigen sollten, wie es Kocher in Aussicht stellt, werde eine Umsetzung erst ab Jahresende 2023 oder Jahresanfang 2024 kommen. "Wir reden von einer langfristigen und strukturellen Reform, die hoffentlich den Arbeitsmarkt im nächsten Aufschwung noch stärker unterstützt. Kurzfristig gibt es andere Maßnahmen", verwies Kocher auf aktuelle Maßnahmen angesichts der vielen Krisen.
Die Reform war mehrfach
angekündigt und genau so oft verschoben worden. Dafür sind die
unterschiedlichen Standpunkte zwischen ÖVP und Grünen in gewissen
(sozialpolitischen) Details verantwortlich, aber auch die vielen Krisen,
auf die es zu reagieren galt und gilt. Die Ansagen im
Regierungsprogramm sind jedenfalls vage: "Weiterentwicklung des
Arbeitslosengeldes mit Anreizen, damit arbeitslose Menschen wieder
schneller ins Erwerbsleben zurückkehren können", steht dort geschrieben.
Und: "Überprüfung und Überarbeitung der Instrumente im Hinblick auf
Effizienz, Beschäftigungsanreize und Reintegration in nachhaltige
Beschäftigung."
Die Grünen sind etwa für ein höheres
Arbeitslosengeld. Hier ist die ÖVP kritisch, da sie sich sorgt, dass es
zu wenig Anreiz geben könnte, (wieder) arbeiten zu gehen. Freunde eines
degressiven Modells sind die Grünen eher nicht.