Die Gewerkschaft vida, welche zuständig für den Bereich Verkehr und Dienstleistungen ist, will die Lohnverhandlungen für 2023 auf den Herbst 2022 vorverlegen.
Als Grund für die Vorverlgegung der Lohnverhandlungen nennt die Gewerkschaft vida die hohe Inflation. "So wie die Regierung gegensteuert, verpuffen die Entlastungsmaßnahmen gegen die Teuerung bei ganz vielen Menschen sehr schnell - Einmalzahlungen decken eben keine laufenden Kosten. Das heißt, die Löhne müssen jetzt steigen", so Roman Hebenstreit am Freitag in einer Aussendung.
Details zu den geforderten "Sonder-KV-Verhandlungen" sollen kommenden Mittwoch auf einer Pressekonferenz präsentiert werden. Die vida verhandelt ihre Kollektivverträge nicht im Pulk, sondern aufgeteilt auf die einzelnen Branchen. Viele davon, wie der Reinigungssektor oder der Bewachungsbereich, zählen zum Niedriglohnsektor. Die vida vertritt auch den Gastro- und Hotelleriesektor, der besonders unter einem Arbeitskräftemangel leidet.
Am
19. September starten in Wien die Kollektivvertrags-Verhandlungen für
die Metalltechnische Industrie, womit traditionell die Herbstlohnrunde
eingeleitet wird. Ausgangsbasis für das wohl diesmal besonders
schwierige Feilschen ist die Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate
von 6,3 Prozent. Die Gewerkschaft
hat als Motto für die Herbstlohnrunde bereits einen Mindestlohn von
2.000 Euro brutto ausgegeben. In der Metalltechnischen Industrie liegt
er ohnehin bereits bei 2.090 Euro, einige wenige Branchen aus dem
Niedriglohnsektor liegen jedoch gerade einmal bei rund 1.500 Euro
Brutto-Lohn.