Ein 55-jähriger Wiener musste sich am Freitag vor Gericht verantworten, weil er seine 49 Jahre alte Frau mit dem Auto erfasst und dadurch getötet haben soll. Der Wiener bekommt 15 Monate teilbedingte Haft in Korneuburg.
Dem Wiener wurde vorgeworfen, seine Lebensgefährtin im Vorjahr in Eibesbrunn in der Gemeinde Großebersdorf (Bezirk Mistelbach) mit einem Pkw erfasst und dadurch getötet zu haben. Der Schuldspruch ist laut Gericht rechtskräftig. In der Causa war anfangs wegen des Verdachts des Mordes ermittelt worden.
Wiener bekommt 15 Monate teilbedingte Haft
Dem von Farid Rifaat verteidigten Beschuldigten wurde im Strafantrag konkret vorgeworfen, aufgrund mangelnder Aufmerksamkeit und einer Alkoholisierung die für den Straßenverkehr notwendige Sorgfalt außer Acht gelassen zu haben. Die am Fahrweg auftauchende 49-Jährige soll der Mann mit seinem Pkw - einem PS-starken Dodge Ram - gerammt haben. Der Grad der Alkoholisierung des Angeklagten wurde mit "zumindest 1,89 Promille" angegeben.
49-jährige wurde Frau mit Auto erfasst und getötet
Ereignet
hatte sich der Vorfall in der Nacht auf den 22. November 2021. Die
49-Jährige war reglos im Bereich der Zufahrt zu einer Tankstelle im
Eibesbrunner Ortsgebiet gefunden worden. Ein Zeuge setzte die
Rettungskette in Gang. Die verletzte Frau wurde reanimiert und
per Notarzthubschrauber in ein Spital nach Wien geflogen, wo sie später
starb. Die Obduktion ergab, dass die Niederösterreicherin ein stumpfes
Brustkorbtrauma mit Serienrippenbrüchen und Lungenverletzungen erlitt. Unmittelbare Todesursache war ein mit Verbluten in die linke Brusthöhle verbundenes Kreislaufversagen.
55-jähriger Wiener wurde festgenommen
Der
55-Jährige, der sich zunächst vom Ort des Geschehens entfernt hatte,
wurde festgenommen. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Verhängung der
Untersuchungshaft über den Beschuldigten. Eine Haft- und
Rechtsschutzrichterin sah allerdings keinen dringenden Tatverdacht
wegen Mordes, dafür wegen grob fahrlässiger Tötung unter
Alkoholeinfluss. Der österreichische Staatsbürger wurde gegen eine
Kaution in Höhe von 25.000 Euro auf freien Fuß gesetzt.
Causa durch Kfz-technischen Sachverständigen beleuchtet
Die Causa
wurde anschließend u.a. durch Herbeiziehung eines Kfz-technischen
Sachverständigen beleuchtet. Die Ermittlungen kamen letztlich zum
Ergebnis, dass die 49-Jährige zunächst gemeinsam mit
ihrem Lebensgefährten im Wagen unterwegs gewesen war, dann jedoch auf
der unbeleuchteten Parkfläche der Tankstelle ausstieg, um die Notdurft
zu verrichten. Der betrunkene 55-Jährige soll mit seinem Kfz währenddessen auf dem Parkplatz im Kreis gefahren sein und die hockende Frau mit dem Auto erwischt haben.
Im Rahmen der Hauptverhandlung zeigte sich der Beschuldigte Gerichtsangaben zufolge geständig. Der Strafrahmen betrug bis zu drei Jahre.