Die Österreichische Umweltpolitik bekam von der EU-Kommission ein gemischtes Zeugnis ausgestellt.
"Österreich kann eine insgesamt gute Bilanz bei der Umsetzung von EU- und nationalem Umweltweltrecht vorweisen", hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht. In den Bereichen Klimaziele, juristische Möglichkeiten für Bürger und NGOs sowie Lebensräume und Arten stellte die Brüsseler Behörde hingegen schwere Defizite fest.
"Trotz offensichtlicher Verbesserungen bei den Erhaltungs- und Wiederherstellungsbemühungen im Bereich Naturschutz in den letzten Jahrzehnten verschlechtert sich der Zustand vieler Lebensräume und Arten", sorgte sich die EU-Kommission. Die Fläche der Natura-2000-Gebiete liege unter dem EU-Durchschnitt.
Ebenfalls forderte die EU-Behörde Österreich
auf, zur Erreichung der europäischen und nationalen Klimaziele die
Treibhausgasemissionen "breiter und wirksamer" zu bepreisen. Nötig sei
die Anpassung der Energieinfrastruktur an die Erfordernisse des grünen
Wandels und wesentliche Investitionen in Energiespeicherinfrastruktur
sowie Übertragungs- und Verteilernetze.
Kritik gab es auch
betreffend der juristischen Möglichkeiten für Bürger und Bürgerinnen, um
gegen administrative oder regulatorische Entscheidungen vorzugehen.
Diese seien nicht umfassend genug, hieß es in dem Bericht.
Fortschritte verzeichnete Österreich indessen in Sachen Luftqualität: "Im Jahr 2020 wurden keine EU-Luftqualitätsgrenzwerte für Stickstoffdioxid oder Feinstaub überschritten." Positive Noten gab es auch für die umfassende Strategie für Kreislaufwirtschaft. Gelobt wurde zudem die Verringerung der Umweltverschmutzung im Grundwasser. Als "bewährte Verfahren" in Österreich nannte die EU-Kommission unter anderem den Reparaturbonus und das Klimaticket.